Melanie Borter

Frau Schmidlin, seit letztem Samstag ist die Dättwilerstrasse in Baden für den Amphibienlaichzug abends wieder gesperrt. Ist es für diese Tiere nicht noch zu kalt?
Es ist natürlich immer schwierig, den richtigen Zeitpunkt für die Sperrung zu erwischen. Klar, wir sind jetzt eher auf der sicheren Seite. Aber man muss wissen, dass es plötzlich sehr schnell gehen kann. Und dann sind sie da, die Frösche. In den letzten Jahren haben wir die Sperrung auch immer gegen Ende Februar begonnen.

Wie lange dauert die Sperrung?
Dieses Jahr wird die Strasse erstmals fünf Wochen lang gesperrt sein. In früheren Jahren waren es jeweils drei Wochen - dann war es noch schwieriger, den richtigen Zeitpunkt zu treffen.

Warum wurde in früheren Jahren die Strasse nicht auch fünf Wochen lang gesperrt?
Wir wollten, dass die Sperrung so kurz wie möglich dauert. In erster Linie, dass die Fahrgäste die gewohnten Bushaltestellen bald wieder nutzen können. Aber auch weil es für unsere Partner, die Polizei, die die Sperrungen jeweils vornimmt, und die RVBW, die den Busbetrieb entsprechend umstellen, ein Mehraufwand ist. Aber diese beiden haben sofort eingewilligt, als wir sie um mehr Zeit gebeten haben.

Welche Bedingungen müssen denn gegeben sein, damit die Frösche losziehen?
Wenn der Boden nicht mehr gefroren ist und es auch im Wald nicht mehr so kalt ist, dann kommen die Frösche aus ihren Erdlöchern und sonstigen Verstecken hervor. Wenn es so zwischen 5 bis 10 Grad warm ist und es dann auch noch regnet, dann kommen sie in Scharen, ein richtiger Froschregen. Aber grundsätzlich wissen wir halt nie genau, wie die Natur sich verhält.

Was tun Sie, wenn Sie den Zeitpunkt nicht treffen?
Wir haben zum Glück noch freiwillige Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein, die die Lage sehr genau beobachten und notfalls die Frösche von Hand einsammeln.