Pinocchio
Fricktaler Werbung hat eine lange Nase

Begonnen hat alles vor Jahren mit Plakatwerbung an den Strassenrändern. Aber inzwischen machen bereits mannshohe Figuren mit langer Nase auf sich aufmerksam. Reklamen entlang der Fricktaler Strassen werden immer zahlreicher – und immer grösser.

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Pinocchio

Pinocchio

Aargauer Zeitung

Walter Christen

Einst nahmen Mitglieder des Turnvereins allen Mut zusammen und stellten am Dorfeingang ein Plakat auf, um auf ihren Turnerabend hinzuweisen. Andere Vereine folgten dem Beispiel. Nach und nach kamen auch private Veranstalter auf den Geschmack. Sie stellten Tafeln und Hinweisschilder an die Strassen, um Verkehrsteilnehmer auf ihre Events aufmerksam zu machen. Kaum eine Gemeinde im Fricktal, wo diese Entwicklung in den letzten Jahren nicht zu beobachten war.

Die besonderen Reklamebotschaften

Inzwischen nimmt aber die ganze Reklame- und Werbeflut an den Ortseingängen Formen an. Wo früher ein Plakat auszumachen war, stehen jetzt oft gleich mehrere Exemplare und in erst noch in diversen Grössen. Und wo ein Plakat nicht auszureichen scheint, lassen sich findige Köpfe besondere Werbebotschaften einfallen. Diese reichen vom Weltformatplakat und vom Transparent neuerdings bis zur mannshohen Holzfigur. So streckt seit dieser Woche in Frick und in Stein eine bekannte Märchenfigur ihre lange Nase in die Luft: Pinocchio macht schon jetzt auf eine Veranstaltung aufmerksam, die am 10. beziehungsweise 11. April in Frick und Stein stattfindet. Man ist fast geneigt zu sagen, in Frick macht der grosse Holz-Pinocchio beim Saurier-Kreisel sogar dem Dino Konkurrenz.

Marken und Stempel abgeschafft

Solche Werbeträger fallen natürlich auf, sie finden starke Beachtung. Es stellt sich unweigerlich die Frage, was die Verkehrspolizei, das Bezirksamt und die zuständigen Stellen bei den Gemeinden zur Reklameflut entlang der Strassen sagen: «Die Werbung an den Strassen ist mir schon aufgefallen. Es gibt Leute, die lassen sich echt etwas einfallen. Bisher hatten wir aber noch keinen Fall, den wir von Amtes wegen verfolgen mussten», erwähnte der Laufenburger Bezirksamtmann Pius Suter gegenüber der AZ. Abgeschafft wurden schon seit einiger Zeit auch die Marken und Stempel, mit denen früher Plakate als bewilligt gekennzeichnet werden mussten.

Bei der Verkehrspolizei in Aarau war zu erfahren, die ehemalige Signalisationsgruppe sei aufgelöst worden und jetzt sei das Baudepartement des Kantons, die Abteilung Strassenunterhalt, zuständig. Die rechtlichen Grundlagen für Strassenreklamen basieren auf kantonaler Ebene auf dem Gesetz über den Vollzug und die Verordnung über den Vollzug des Strassenverkehrsrechts (Strassenverkehrsordnung): «Als Strassenreklame gilt Werbung durch Schrift, Form, Farbe, Licht oder Ton im Bereich einer öffentlichen Strasse.»

Der Gemeindeschreiber II von Frick, Gianni Profico, räumte ein: «Wir stellen fest, dass die Sache allmählich ein beträchtliches Ausmass annimmt. Manche Leute stellen ein Gesuch für solche Werbeaktionen, von anderen wiederum hört man nichts. Ein Teil der Veranstalter meldet sich, weil sie nicht sicher sind, ob diese Art von Reklame auf öffentlichem Grund und Boden bewilligungspflichtig ist. Dazu ist festzuhalten, dass für eine Werbefläche bis 3,5 Quadratmeter keine Bewilligung nötig ist.»

Plakatständer von der Gemeinde

Um dem ganzen Wildwuchs ein wenig begegnen zu können, hat die Gemeinde Frick für jeden der vier Ortseingänge einen Plakatständer angeschafft und an bestimmten Plätzen einen dazugehörigen Sockel einbetonieren lassen. Die Veranstalter können ihre Plakate abgeben, das Bauamt befestigt sie im Rahmen und stellt diese auf. «Kostenlos», wie Gianni Profico sagte, «denn es handelt sich hierbei um eine Dienstleistung der Gemeinde.»

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