Fricktaler Trommler sitzen fest im Königsthron
Fricktaler Trommler sitzen fest im Königsthron

Am 33. Preistrommeln und Preispfeifen in Zunzgen räumten die Fricktaler ab. Doch den totalen Triumph bei den Trommlern verhinderten die Wurlitzer-Clique und ein Rotstäbler bei den Anfängern.

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Regionale Fasnächtler kommen in Form

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Heidi Schwarz

«Wenn der Wettkampf noch lange dauert, habe ich keine Fingernägel mehr», verfolgte eine Instruktorin hinter der Bühne den Auftritt ihrer jungen Pfeiferin. «Oft ist es nicht zum Aushalten», tigerte auch ein Tambourinstruktor hinter der Kulisse nervös hin und her. Nicht besser ging es den Wettkämpfenden, wenngleich das Lampenfieber unterschiedlich bekämpft wurde, sollten den Trommlern und Pfeifern vor Nervosität die Schlegel oder das Piccolo aus den Händen fallen.

Die Ruhe selber hingegen war Jérôme Kym. Der sechsjährige Sohn des vielfachen Trommelkönigs Ivan Kym konnte nichts aus der Ruhe bringen. Gelassen wartete er mit Oliver Weis und dessen Sohn Yannick auf den Gruppenauftritt. Unbeeindruckt war der Kleine auch, als er bereits am Morgen bei den Anfängern seinen Auftritt hatte. Er kam, ging auf die Bühne und siegte – beinahe. Denn der Kronprinz aus dem Fricktal, der bei der Fasnachtszunft Ryburg Möhlin mittrommelt, musste die Königskrone bei den Anfängern dem Liestaler Rotstäbler Cédric Tschanz überlassen. Bei Punktgleichheit entschieden kleine Details in der Bewertung gegen die Thronbesteigung des «Jahrhunderttalents», wie Jérôme von einem Experten gewürdigt wurde.

Einen «Doppelsieg» feierten die Fricktaler hingegen bei den Tambouren. Bei den Erwachsenen siegte zum vierten Mal in Serie Stefan Freiermuth und bei den Jungen Tambouren beerbte «Chriesibueb» David Hasler den Baselbieter Michael Rickli.

«Gut ist nicht gut genug»

«Die Fricktaler sind nun einmal das Mass der Dinge», würdigte OK-Mitglied Heiner Bader die Leistung der Tambouren aus dem Fricktal. Gut ist nicht gut genug, wenn man gegen diese «Überflieger» reüssieren will. «Wer gegen sie gewinnen will, muss wirklich seinen allerbesten Tag haben oder darauf hoffen, dass die Favoriten patzen», meinte der Fünftplazierte bei den Erwachsenen, Patrick Schaub von der Wurlitzer-Clique Zunzgen (WCZ).

Schaub, WCZ-Präsident, gelang denn auch, was viele Wettkämpfende seit einigen Jahren am Regionalen immer wieder erhoffen. Im Verbund mit vier weiteren Tambouren siegten die Wurlitzer bei den erwachsenen Tambouren – einen Zehntelpunkt vor den beiden Gruppen aus dem Fricktal. Ein ähnlicher Konkurrenzkampf fehlte bei den Pfeifern. Da sich die Fricktaler nur aufs Trommeln konzentrierten, blieben die Baselbieter Pfeifer und Pfeiferinnen unter sich. Dennoch war auch hier das Niveau beachtlich. «Es gibt ein grosses Mittelfeld und eine vielversprechende Spitze, beim Nachwuchs wie auch bei den Erwachsenen», war Jury-Mitglied Beatrix Schlebach zuversichtlich. Zuversichtlich, dass auch in Zukunft die Fasnachtmusik auf gutem Niveau gepflegt wird– nicht nur am Regionalen.

Die Ranglisten

Tambouren Anfänger: 1. Cédric Tschanz, Rotstab-Clique Liestal (RCL). 2. Jérôme Kym, Fasnachtszunft Ryburg Möhlin (FZRM). 3. Raphael Pfister, Wurlitzer-Clique Zunzgen (WCZ). – Junge Pfeifer: 1. Nicole Baumgartner (RCL). 2. Lena Seebeck (RCL). 3. Belinda Trachsel, Nuggi-Clique Sissach (NCS). – Junge Tambouren: 1. David Hasler (FZRM). 2. Christoph Müller, Halbmondclique Frenkendorf (HCF). 3. Jonathan Heinimann (WCZ). – Pfeifer Erwachsene: Barbara Stucki (HCF). 2. Miriam Känel, Tambouren- und Pfeiferclique Bubendorf (TPCB). 3. Lisette Senn/Titelverteidigerin (WCZ). – Tambouren Erwachsene: 1. Stefan Freiermuth (FZRM). 2. Fabian Egger (FZRM). 3. Michael Rickli (TPCB).

Pfeifergruppe Junge: 1. RCL 1. 2. WCZ 2. 3. WCZ 1. – Tambourengruppen Junge: 1. FZRM 2. 2. FZR 4. 3. RCL 2. – Pfeifergruppen Erwachsene: 1. HCF. 2. WCZ 2. 3. RCL. – Tambourengruppe Erwachsene: 1. WCZ 1. 2. FZRM 2. 3. FZRM 1.