Fricktal

Fricktaler Senioren sollen in Bienenwaben hausen

Einzigartig: Die Wabenbauten können beliebig miteinander kombiniert werden. zvg

Alterswohnung Bienenwabe

Einzigartig: Die Wabenbauten können beliebig miteinander kombiniert werden. zvg

Bereits zum 17. Mal tagten die Mitglieder des Vereins Senioren für Senioren in Möhlin zur Generalversammlung. Dies bot die Möglichkeit, ein neues Projekt für Alterswohnungen in Wabenform ihrem potenziellen Zielpublikum vorzustellen.

Christine Fürst

«Die Biene ist fleissig und hat ihr Leben lang gekrampft», erzählt der Immobilienverkäufer Jürg Christoffel aus Möhlin. Diese Eigenschaften haben den Fricktaler dazu inspiriert, neue Alterswohnungen in sechseckigem Grundriss und ebenerdig zu entwerfen - ganz nach dem Muster einer Bienenwabe. Christoffel betont die Einzigartigkeit seiner Wabenbauten, denn dank ihrer Flexibilität können sie je nach Bedürfnis beliebig zusammengesetzt werden. So könnten für junge Leute die Waben mehrstöckig und mit Keller gebaut werden.

Um sein Vorhaben auch in die Tat umsetzen zu können, hat Christoffel in einer frühen Phase die Hilfe von Marina Zimmermann Maiorano, Gemeinderätin von Möhlin, in Anspruch genommen. Die diplomierte Architektin ist unter anderem zuständig für die Raumplanung.

«Mittelgrosses Problem»

Im Moment sind rund 16 Prozent der Schweizer Bevölkerung 65 Jahre alt und älter. Dies wird sich laut Christoffel in Zukunft zu einem mittelgrossen Problem entwickeln, wird doch vorausgesagt, dass im Jahre 2050 fast 50 Prozent der Einwohner über 65 Jahre alt sind. Aufgrund dieser demografischen Entwicklung müssen auch immer mehr Einrichtungen für Senioren bereitgestellt werden.

Im Rahmen eines Projektwettbewerbs zum Thema Förderung der Lebensqualität im Alter wurde das «Wabenprojekt» von Jürg Christoffel und Marina Zimmermann Maiorano prämiert. Denn die sechseckigen Waben sollen Lebensabläufe vereinfachen und somit die Unabhängigkeit und Mobilität bis ins hohe Alter gewährleisten.

Die Wohnungen sollen zu einem Preis angeboten werden, der sich jede Person, ob allein oder nicht, leisten kann. Und auch die Nebenkosten sind auf ein Minimum reduziert, weil die Wohnungen mit Solarstrom betrieben werden und einen Regenwassertank für die WC-Spülung haben sollen. Die Wohnungen sind mit einem so genannten «Table PC» ausgerüstet, der über einen Berührungsbildschirm bedient wird. Dieser ist mit dem Internet verbunden und bietet die Möglichkeit, Lebensmittel zu bestellen oder die Wäscherei zu benachrichtigen. Zudem ist er mit einer Concierge-Taste versehen, mit der schnell Hilfe angefordert werden kann. Die Türen schliessen beim Verlassen des Hauses automatisch, und elektrische Geräte, mit Ausnahme des Kühlschranks, werden ausgeschaltet.

Wohnoase auf 80 m²

Jede Wohnung ist 80 Quadratmeter gross. Dies ist laut Christoffel genug, um sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen, und nicht zu gross zum Putzen. «Es soll nicht nur ein Zimmer wie im Altersheim sein, sondern eine richtige Wohnoase», kommentiert der Fricktaler. Die Wohnungen können gemietet oder gekauft werden.

Momentan suchen Marina Zimmermann Maiorano und Jürg Christoffel noch Investoren und geeignete Landparzellen, um das Projekt zu verwirklichen. In Planung sind 1000 neue Alterswohnungen in Schweizer Dörfern, welche wenige Einrichtungen für Senioren zur Verfügung stellen können. «Der Prototyp soll aber ganz klar im Fricktal seinen Platz finden», so Christoffel und er fügt an: «Weil wir ja hier zu Hause sind.»

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