Frick: Die Hauptstrasse ist vielen zu bunt

Egal ob Dunkelrot, Hellgrau, Lindengrün oder Vanillegelb; die Fricker Hauptstrasse bekommt immer mehr Farbe.

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Hauptstrasse Frick
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Haus Frick grau
Haus Frick rosa
Haus Frick grün
Haus Frick rot

Hauptstrasse Frick

Aargauer Zeitung

Finden Sie die farbigen Fricker Hauptstrasse schön oder hässlich?

Ladina Kunz

In den letzten Jahren wurden einige Gebäude an der Hauptstrasse saniert, renoviert und besonders wichtig: frisch gestrichen.

Diese neuen Farben fielen den Fricktalerinnen und Fricktalern auf und führten zu Gesprächsstoff. Über Gefallen oder Nichtgefallen der einzelnen neu gestrichenen Fassaden wurde breit diskutiert. Im Gespräch mit Harri Widmer, Leiter der regionalen Bauverwaltung Frick, wurde geklärt, wie die Häuser an der Fricker Hauptstrasse zu ihren neuen Anstrichen kommen.

Die passende Farbe

Tatsache ist, dass es dafür keine konkreten Vorgaben gibt. «Das Wichtigste ist, dass die neuen Fassaden mit dem schon bestehenden Ortsbild harmonieren», so Widmer.

Jede Gemeinde hat da ihre eigenen Vorgaben, da die neue Farbe immer in das individuelle Dorfbild passen muss. In Frick fällt einzig und allein die Kernzone unter die Ortsbildregelungen. Die Farbwahl bei Wohnquartieren ist dagegen kaum eingeschränkt.

«Ganz auszuschliessen sind zum Beispiel Neonfarben, da diese wirklich viel zu grell wären und nicht passen würden. Ansonsten machen wir bei der Farbpalette wenige Einschränkungen. Der Hauseigentümer besitzt das Vorschlagsrecht, und dieser Farbvorschlag wird dann immer individuell auf das Gebäude und seine Umgebung geprüft», erklärt der Bauverwalter.

Diese Prüfung der Farbe findet nur in Absprache mit dem Hauseigentümer, der Bauverwaltung Frick und dem zuständigen Architekten statt. Bei solchen Gesprächen wird diskutiert, ob die Farbe zu Standort, Stil, Geschichte und jetziger Gebrauch des Hauses passt. Dies verhindert zum einen den Verlust des «Hauscharakters» und ebenso eine eintönige Häuserfassade.

Weitere Schritte

Ist die Grundfarbe entschieden, geht man noch weiter. Rot ist nicht einfach rot. Farbnuancen werden besprochen und das Farbkonzept des Architekten wiederum diskutiert. Aber nicht nur den Anstrich nimmt man unter die Lupe, so müssen zum Beispiel auch die Fensterläden ins Dorfbild passen.

Bauverwalter Harri Widmer fügt hinzu: « Bei schwierigen Fällen kann man auch jemanden von der kantonalen Ortsbildpflege beiziehen, welcher die Farbpläne auch nochmals begutachtet.»

Zum Schluss die Bewilligung

Die letzte Instanz bei diesem Farbenprozess bildet der Gemeinderat. Zum Schluss entscheidet er, ob die neue Farbe in den Dorfkern passt und somit bewilligt wird oder eben auch nicht. In diesem Falle wird weiterdiskutiert, bis Hauseigentümer, Bauverwaltung und Architekt eine gemeinsame Lösung finden.

Die Geister scheiden sich wohl noch lange über gewisse Farben an der Fricker Hauptstrasse. Ganz nach dem Motto: «Was dem einen sein Gelb, ist des anderen Grau.»

Nun bleibt nur noch die Frage offen, was wohl diese altehrwürdigen Häuser zu ihren neuen, farbigen Gewändern sagen würden.