Eddy Schambron

Zwar sind im Raum Muri im letzten Jahr erneut viele Obstbäume der Krankheit Feuerbrand zum Opfer gefallen. Aber dank idealen Wetterverhältnissen darf die Freiämter Mosterei Fremo auf eine überdurchschnittliche Ernte hoffen. Die Obstannahme ist seit dem 1. September im Gang, wie das Unternehmen mitteilt. Sie wird bis Mitte November laufen. Das Obst kommt aus der Region, wobei man den Begriff grosszügig auslegen sollte: «Die Früchte werden aus dem ganzen Aargau sowie aus dem an das Freiamt angrenzenden Züribiet angeliefert», erklärt Charlotte Wüthrich von der Fremo. Zum Teil wird auch Obst aus dem Wallis gepresst; dieses wird per Bahn nach Muri angeliefert.

Radikale Anpassung

Vor 50 Jahren beschäftigte die Fremo über 50 Mitarbeitende in der Obstverwertung. «Seither hat sich das Konsumverhalten der Bevölkerung grundlegend verändert», hält die Fremo fest. Süsswassergetränke hätten den gesunden Obstsaft verdrängt und die Mostobstproduktion sei gesunken. «Die Fremo hat sich diesen Marktveränderungen in den letzten Jahren radikal angepasst.»

Heute gilt die Fremo als leistungsfähiger Abpressbetrieb mit Konzentrieranlage und Essigproduktion - er ist einer der grossen im Land. Das in Muri produzierte Konzentrat wird in Zusammenarbeit mit spezialisierten Abfüllbetrieben vermarktet. «Damit kommt der Freiämter Most auch in die Regale der Grossverteiler», bestätigt Wüthrich. Die Essigmarken Apless und Biona werden über Grossisten verkauft. In Muri kann der Fremo-Essig in der Landi bezogen werden. Während der Saison werden täglich bis 250 Tonnen Obst verarbeitet; die Menge ist seit Jahren recht konstant Die eigene Trestertrocknung wurde eingestellt und eine Zusammenarbeit mit umliegenden Trocknungsbetrieben aufgebaut. Diese können damit Überkapazitäten auslasten.

Neu: Lagerraumvermietung

Neben dem Kerngeschäft Obstverwertung hat die Fremo den Aufbau einer Lagerraumvermietung begonnen. Der Rückgang im Mostobstanbau und die damit verbundene Reorganisation und Rationalisierung hätten zu vielen freien Räumen geführt. Diese wurden unter der Regie des Geschäftsführers Adi Götschmann, Strengelbach, je nach Lage und Eignung in Büros, Mehrzwecknutzungs- und Lagerräume umgestaltet und vermietet. Die Räume haben eine Grösse von 15 bis 200 Quadratmetern und finden einen guten Absatz, wie die Geschäftsleitung versichert.