Grenchner Schule

Fremdsprachige bald die Mehrheit

Der Report zum letzten Schuljahr der Grenchner Schule fördert Erstaunliches zutage.

Schuljahr

Der Report zum letzten Schuljahr der Grenchner Schule fördert Erstaunliches zutage.

Eine Woche vor Schulbeginn berichtet die Geschäftsleitung Geleitete Schulen Grenchen über das vergangene Jahr. Wo steht aktuell die Grenchner Schule?

Urs Byland

Eine tiefgreifende Umwälzung zeichnet sich bereits seit einigen Jahren beim Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler ab. Im letzten Jahr waren 595 der total 1594 Schülerinnen und Schüler in Grenchen fremdsprachig. Der Anteil betrug rund 37 Prozent. Dabei schwankt der Anteil je nach Schulkreis. Im Eichholz (323 Schüler) und im Zentrum (314) war der Anteil am höchsten und betrug beinahe identische 45.5 Prozent. Gut zehn Prozent tiefer lag der Anteil in den Schulkreisen Halden und Kastels. Und an der Bezirksschule war der Anteil nochmals rund zehn Prozent niedriger.

Erwähnenswert bezeichnen die Verfasser des Berichtes, darunter Roger Kurt, Vorsitzender der Geschäftsleitung Geleitete Schulen Grenchen, die Entwicklung des Anteils fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler an den Kindergärten in den letzten sechs Jahren. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der Kindergartenkinder fremdsprachig sind. «Im beginnenden Schuljahr beträgt der Anteil fremdsprachiger Kinder im Kindergarten rund 56 Prozent», weiss Roger Kurt die aktuelle Zahl.

Hohe Anteil entspricht Grenchen

Laut Kurt werden diejenigen Kinder als fremdsprachig definiert, deren Hauptmuttersprache nicht Schweizerdeutsch ist. Er macht sich wegen deren hohen Anteil wenig Sorgen. «Der Anteil ist stetig gestiegen, und nicht auf einen Chlapf. Wir sind bereit, darauf zu reagieren.» Beispielsweise mit der Rekrutierung von genügend Lehrkräften, die Fremdsprachige in Deutsch fördern. «Der hohe Anteil entspricht Grenchen. Spannend ist, dass viele Menschen, die Wert auf Zweisprachigkeit legen, in Grenchen arbeiten.»

Unterschiedliche Chancen

Im Reporting zum Schuljahr 08/09 sind auch erstmals Daten zu den Übertritten von der 6. Primarklasse in die Bezirks-, Sekundarschule oder Oberschule ausgewiesen. Aus welchen Schulkreisen rekrutieren sich die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Abteilungen der Oberstufen? Beispiel Zentrum: von den 46 Schüler der 6. Klassen wechselten 12 in die Oberschule, 21 gingen in die Sek und demnach 13 in die Bez.

Ähnlich ist die Verteilung im Schulkreis Kastels (20 Schüler). Anders präsentiert sich die Situation im Schulkreis Eichholz. Hier schafften mehr als die Hälfte der 19 Schüler den Übertritt in die Bez. Das erstaunlichste Resultat zeigt sich im Schulkreis Halden. Dort wechselte kein Kind in die Oberschule. Dafür schafften 10 den Übertritt in die Sek und 29 besuchen dieses Jahr die Bez.

«Die Resultate sind interessant. Weil wir diese Erhebung aber erstmals machen, können wir daraus noch wenig Schlüsse ziehen», erklärt Roger Kurt, selber Schulleiter des Schulkreises Halden. Im Report schreibt Kurt: «Die soziodemografische Zusammensetzung der Schulkreise und Klassen dürfte eine nicht unwesentliche Rolle beim vorliegenden Ergebnis spielen.» Im Gespräch nennt er drei mögliche Ansätze für Begründungen.

«Entweder hat das Ergebnis etwas mit dem Anteil fremdsprachiger Schüler zu tun, oder mit der Art der Vorbereitung auf den Übertritt durch die Lehrkräfte, oder mit beidem.» Sollten sich diese Zahlen im nächsten Jahr als Standard erweisen, «dann müssen wir Massnahmen ergreifen».

Überalterung des Lehrkörpers

Der Report beinhaltet auch statistische Angaben zu den 186 Lehrkräften. 69 Prozent sind Frauen. Bedenklich findet Roger Kurt der Anteil von Männern in der Primarstufe. Die jüngsten Primarlehrer sind beide 49 Jahre alt. «Ich bin ein Befürworter von Heterogenität. Die Klassen sollen gut durchmischt sein, aber auch die Lehrkräfte, sei es vom Geschlecht her als auch vom Alter.»

Gerade in der Altersstruktur der Lehrkräfte ist die Grenchner Schule nicht gut aufgestellt. Der grösste Anteil der Lehrkräfte (67 Personen) ist in der Altersgruppe 45 bis 54. «Hier werden wir in den kommenden Jahren für eine Korrektur sorgen müssen.»

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