Waldbrände

Fremdenlegionäre lösen schwere Waldbrände um Marseille aus

Anwohner fliehen aus Gefahrengebiet

Anwohner fliehen aus Gefahrengebiet

In Südfrankreich haben Soldaten der Fremdenlegion mit Schiessübungen einen der grössten Wald- und Buschbrände der vergangenen Jahre ausgelöst. Die südfranzösische Grossstadt Marseille entging dabei nur knapp einer Katastrophe.

Hunderte Feuerwehrleute und Löschflugzeuge konnten die Flammen am Morgen erst kurz vor den Toren der Mittelmeer-Metropole unter Kontrolle bringen. Der Brand habe zeitweise "tausend Häuser bedroht", sagte Marseilles Bürgermeister Jean-Claude Gaudin.

Mehrere dutzend Gebäude im Osten der 800'000-Einwohnerstadt konnten die Feuerwehrleute nur um Haaresbreite retten. Eine Villa sowie fünf Holzhäuser wurden zum Raub der Flammen. Ein Alters- und ein Behindertenheim mit rund 200 Bewohnern mussten evakuiert werden.

"Dieser Brand wurde offensichtlich durch einen Berufsfehler ausgelöst", sagte Premierminister François Fillon zu den Schiessübungen der Legionäre. Dies sei "nicht entschuldbar".

Eine Einheit der Fremdenlegion hatte laut Armee am Mittwochvormittag trotz akuter Brandgefahr auf einem Truppenübungsplatz mit Sturmgewehren Leuchtspurmunition verschossen. Gegen Mittag war dann ein erster Brand entdeckt worden, der sich schnell ausbreitete.

Fillon zufolge ist der Einsatz von Leuchtspurmunition im südlichen Teil Frankreichs wegen der Brandgefahr generell verboten. Ein französischer Offizier der Legion wurde wegen des Vorfalls vom Dienst suspendiert. Die Militärstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Um Marseille wurden 1300 Hektar Busch- und Waldgebiet zerstört. Die Feuerfront war zeitweise acht Kilometer breit. 480 Feuerwehrleute und hundert Löschfahrzeuge waren im Einsatz.

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