Haus

Freiräume für mehr Lebensqualität

«Frauenfirma»: Die Verantwortlichen (v.l): Nadja Kupper, Rosmarie von Allmen, Esther Gassler, Heidi Kofmel, Rita Steiner-Lippuner sowie Regula Gygax-Hoegger. Oliver Menge

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«Frauenfirma»: Die Verantwortlichen (v.l): Nadja Kupper, Rosmarie von Allmen, Esther Gassler, Heidi Kofmel, Rita Steiner-Lippuner sowie Regula Gygax-Hoegger. Oliver Menge

Der Solothurner Bäuerinnen- und Landfrauenverband bietet ab September für 39,50 Franken pro Stunde einen Haushaltservice an. Putzen, kochen, einkaufen – die Mitarbeiterinnen des neuen Haushaltservice Solothurn arbeiten für alle Haushalte, die Unterstützung wollen.

Corinna Marti

«Es ist ein schöner Tag, wenn ich heute bei der Gründung einer Frauenfirma im Kanton Solothurn mit dabei sein darf.» Mit diesen Worten eröffnete Regierungsrätin Esther Gassler die gestrige Medienkonferenz über den neuen Haushaltservice des Solothurner Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SOBLV). Die Konferenz fand passend zum Thema im Bildungszentrum Wallierhof Riedholz statt.

Die Volkswirtschafsdirektorin betonte in ihrem Grusswort, wie wichtig ein gut geführter Haushalt sei: «Hauwirtschaftliche Tätigkeiten werden leider oft unter ihrem eigentlichen Wert gehandelt.» Man wisse meistens erst den Wert dieser Arbeiten zu schätzen, wenn sie nicht mehr erledigt werden - aus welchem Grund auch immer. Als berufstätige Frau wisse sie wie wichtig es sei, eine zuverlässige Unterstützung zu finden, zu der man auch Vertrauen haben kann.

Im Minimum zwei Stunden

Der SOBLV bietet nun mit seinem Haushaltservice Solothurn (HhSo) hauswirtschaftliche Unterstützung an. Die Idee einen solchen Service zu gründen sei nicht neu, sagt Heidi Kofmel, Präsidentin des SOBLV. «In verschiedenen Kantonen wurden bereits diverse Haushaltservice erfolgreich gegründet und aufgezogen», erzählt sie. Viele Familienfrauen sind heute berufstätig und möchten einen Teil der Hausarbeiten abgeben. Genau da springt nun der HhSo ein. «Wir wollen und müssen uns den neuen Gesellschaftsformen anpassen», betont die Präsidentin.

Doch was für Dienstleistungen weren genau angeboten? «Von Reinigungsarbeiten, Verpflegung, Produkteverwertung, Gartenarbeit, Textilpflege bis hin zu Betreuungsarbeiten, bieten wir alles an», weiss Nadja Kupper zu erzählen. Sie ist die Vermittlerin zwischen den Kunden und Mitarbeiterinnen und wird ab September alle Anfragen und Aufträge telefonisch oder per E-Mail entgegen nehmen und bearbeiten.

«Wir rechnen in der Anfangszeit mit etwa 200 Arbeitsstunden pro Monat», sagt Kupper. Einsätze werden erst ab zwei Stunden geleistet und kosten 39,50 Franken pro Stunde zuzüglich einer Fahrpauschale von 10 Franken pro Einsatz. «Wir wollen für eine vertrauenswürdige und diskrete Dienstleistung stehen und Freiräume für mehr Lebensqualität schaffen», betont sie. Neben Haushalten unterschiedlichster Art bietet der Haushaltservice seine Dienste auch den Bäuerinnen selber an: Vielen wachse die Arbeit über den Kopf, sagte die Präsidentin des HhSo, Rosmarie von Allmen.

Bäuerinnen hätten oft das Gefühl, dass sie mit ihren Arbeiten in Verzug sind: Von normalen Hausarbeiten, Gartenpflege bis hin zu sämtlichen Büroarbeiten des Bauernbetriebs, machen die Bäuerinnen alles. Rosmarie von Allmen ist überzeugt, dass der Haushaltservice dem ständigen Gefühl von «in Verzug sein» ein bisschen Gegensteuer geben kann. Denn auch, die als als Bäuerin und Hauswirtschaftslehrerin tätig ist, kennt dieses Gefühl sehr gut. «Wir wollen Hilfe anbieten, bevor Frauen und Mütter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stossen», betont von Allmen.

Einerseits biete der Haushaltsservice Unterstützung im Haushalt und andererseits können Bäuerinnen- und Familienfrauen durch diesen Service ihren Weg zurück in die Erwerbstätigkeit finden. So werden gleich zwei Fliegen auf einen Streich getroffen. Ausserdem werden alle Mitarbeiterinnen fair und gesetzeskonform angestellt. In den 39,50 pro Stunde sind alle Versicherungen inbegriffen. Angst vor Schwarzarbeit braucht man deshalb keine zu haben. Auch die Schulung ist dem HhSO sehr wichtig: «Alle Mitarbeiterinnen müssen einen dreitägigen Grundkurs absolvieren», sagt von Allmen. Zudem seien jährliche Weiterbildungskurse geplant, denn Schulung sei unumgänglich.

Weitere Informationen unter: www.soblv.ch und haushaltservice.so@bluewin.ch

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