Freiamt

Freiämter leiden unter Holzpreis

Harte Arbeit, wenig Ertrag: In den Freiämter Wäldern wird krisenbedingt mit einer kleineren Holzernte gerechnet. (Fabian Rottmeier)

Holzpreise

Harte Arbeit, wenig Ertrag: In den Freiämter Wäldern wird krisenbedingt mit einer kleineren Holzernte gerechnet. (Fabian Rottmeier)

Die Freiämter Forstbetriebe spüren die Krise. Nadelstammholz und noch mehr Buchenholz bringen nicht die Preise, die man gerne hätte.

Eddy Schambron

Nach einem kurzen Zwischenhoch von Mitte 2006 bis Anfang 2008 sind im benachbarten Ausland die Rundholzpreise wieder weitgehend auf das Niveau unmittelbar nach dem Sturm «Lothar» abgesunken. Das halten die Holzproduzenten der Nordwestschweiz in einer Mitteilung fest. Und das hat auch Auswirkungen auf die Forstbetriebe im Freiamt.

Buche nicht gefragt

«Der Preis für Nadelstammholz ist matchentscheidend für Sein oder Nichtsein unserer Forstbetriebe», stellt beispielsweise Stefan Staubli, Leiter von Wald Kommunal + im oberen Freiamt fest. Die Freiämter Wälder weisen nämlich einen überdurchschnittlich hohen Nadelholzanteil auf. Mit dem gegenwärtigen Nadelholzpreis kann er zwar «zähneknirschend» leben, mehr Sorge bereitet ihm der Preis für die Buche. «Der ist extrem in den Keller gerutscht.»

Die Gründe sieht Staubli in der mangelnden Nachfrage von hellem Holz im Möbelbau. «Buche und Ahorn findet man zurzeit eher in der Ausverkaufsecke.» Andererseits sind Möbel Güter, in die in Krisenzeiten zurückhaltender investiert wird. «Man kann ja auch noch ein, zwei Jahre auf demselben Stuhl sitzen, statt sich einen neuen anzuschaffen.» Das sehen auch die Holzproduzenten der Nordwestschweiz so: «Der Buchstammholzmarkt droht fast völlig zusammenzubrechen.» Immer stärker wirke sich der Mangel an leistungsfähigen Verarbeitern im Inland aus.

Ausweichmöglichkeiten für die Forstbetriebe sind beschränkt. «Das kommt ganz auf die Struktur des Betriebes an», stellt Staubli fest. Sein Betrieb hat mit seiner relativ breiten Fächerung noch Glück. Dank dem Wärmeverbund kann Energieholz bereitgestellt werden, ausserdem ist das Engagement in waldfremden Arbeiten möglich. Er hat seine Leute auch schon beim Gerüstbau ausgemietet, weil es «keinen Sinn macht, Holz zu schlagen, nur damit die Leute beschäftigt sind.» Für diese Schlagsaison rechnet Staubli mit zwei Dritteln einer normalen Nutzung. «Aber wir sind flexibel.»

Preisempfehlungen wichtig

Wegen des Drucks sind gemeinsame Preisempfehlungen der Holzproduzenten wichtig. «Für die einzelnen Marktteilnehmer ist es in diesem unsicheren Umfeld nicht immer einfach, sich ein klares Bild über die Marktaussichten zu verschaffen.» Deswegen haben die Nordwestschweizer Holzproduzenten auch für die kommende Schlagsaison eine gemeinsame Holzmarktempfehlung formuliert.

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