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Freiämter Bauern sind Melonen-Könige

Stolze pioniere Die Wassermelonen-Produzenten Christian Weber, Christoph Meier, Heinz Haas und Kurt Heimberg (es fehlt Jérôme Lehmann) auf einem ihrer drei Melonenfelder. Die schwarze Mulchfolie schützt die Pflanzen und ist biologisch abbaubar. aw

Wassermelonen-Produzenten

Stolze pioniere Die Wassermelonen-Produzenten Christian Weber, Christoph Meier, Heinz Haas und Kurt Heimberg (es fehlt Jérôme Lehmann) auf einem ihrer drei Melonenfelder. Die schwarze Mulchfolie schützt die Pflanzen und ist biologisch abbaubar. aw

Wassermelonen stammen aus Südländern? Das war einmal. Mit ihrer Sorte «Swiss Melody» beweisen fünf Freiämter Bauern, dass die Südfrucht auch hier gedeihen kann – und zwar noch süsser als überall sonst.

Andrea Weibel

In wenigen Monaten sollen sie die allerersten Schweizer Wassermelonen liefern, doch momentan sind die zarten Gewächse noch wenige Zentimeter hoch. Behutsam kontrollieren fünf Männer die jungen Melonen beinahe täglich und versorgen sie mit genügend Wasser.

Die Bauern Heinz Haas (Dottikon), Kurt Heimberg (Fischbach-Göslikon), Jérôme Lehmann (Beinwil), Christoph Meier (Niederwil) und Christian Weber (Fischbach-Göslikon) sind Schweizer Wassermelonen-Pioniere.

Kernarm und wetterfest

«In der Schweiz gab es noch nie Wassermelonen, dafür haben wir hier einfach zu wenig Sonnentage», erklärt Kurt Heimberg, Inhaber der Unicorn (Suisse) SA, die eigentlich auf Zuckermais spezialisiert ist. «Aber mit der in Basel neu entwickelten Sorte soll das jetzt möglich werden.»

Der Produzent der neuen kernarmen und wetterresistenteren Melonenart, die Syngenta, hat sich direkt mit den fünf Freiämtern sowie einem Betrieb im Tessin in Verbindung gesetzt und angefragt, ob sie diese testen wollen.

«In der Nähe des Bodensees konnten wir letztes Jahr Probefelder besichtigen und die Melone probieren», erinnert sich Christoph Meier. Laut Produzent sollen diese sogar süsser werden als jene aus dem Süden, jedoch nur etwa 1,5 bis 2 Kilogramm schwer.

Die fünf Bauern, die schon seit Jahren zusammenarbeiten, waren sich bald einig, diese Herausforderung anzunehmen.

Bis 180 000 Freiämter Melonen

Vor drei Wochen wurden die Setzlinge auf drei Feldern (in Dottikon, Niederwil und Beinwil) mit einer Fläche von insgesamt 4,5 Hektaren angepflanzt. «Leider haben wir kleinere Setzlinge erhalten als erwartet, und das Wetter spielte nicht mit», so Heinz Haas. «Wir sind bereits zwei Wochen im Rückstand. Wenn jetzt aber alles klappt, können wir Ende Juli zwischen 90 000 und 180 000 Melonen ernten.»

Für Preis nominiert

Den Namen «Swiss Melody» haben die fünf gemeinsam mit ihren Familien ausgesucht. So sind sie nicht nur Anbau-Pioniere, sondern auch Namensgeber der ersten Schweizer Wassermelonen.

Die Migros Aare hat Kurt Heimberg für den Meilenstein-Preis nominiert, der am 3. Juni verliehen wird. «Ich bin aber nur stellvertretend für uns alle fünf dabei», stellt Heimberg richtig.

Mehr: Meilenstein-Preis

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