SCHWADERLOCH braucht Geld. Eine Steuererhöhung liegt aber nicht drin: Das Dorf hat mit 126 Prozent bereits den höchsten Steuerfuss im Kanton. Kreativere Lösungen sind gefragt. «Da müssen alle mithelfen», sagte sich da der Gemeinderat und lud alle Einwohner ein, sie mögen sich doch bitte überlegen, wie Schwaderloch zu Geld kommen könnte.

DIE SCHWADERLOCHERINNEN und Schwaderlocher dachten eifrig mit und lieferten viele Ideen. Einer schlug vor, Schwaderloch solle doch Laternen- Parking-Gebühren einführen. Nur: Es gibt keine Autos, die regelmässig auf Dorfstrassen parkieren. Ein anderer regte an, man solle künftig keine Asylanten mehr aufnehmen. Nur: Schwaderloch muss in absehbarer Zeit keine Asylbewerber mehr aufnehmen. Mehr Geschwindigkeitskontrollen lautete ein weiterer Vorschlag. Nur: Die Bussen fliessen gar nicht in die Gemeindekasse. Andere Ideen, wie Verzicht auf den Schwimmunterricht in der Primarschule, Verzicht auf das alljährliche Kommissionsessen oder nur noch alle zwei Jahre einen Altersausflug, brachten den Durchbruch halt auch noch nicht. Auch die Gemeinde, die Schwaderloch Geld schenkt, wurde bisher nicht gefunden.

UND DOCH war die Ideensuche höchst erfolgreich. Der Vorschlag «Frech sein gegenüber dem Regierungsrat » wurde sofort umgesetzt - und siehe da: Der Gemeinderat war frech und hartnäckig und holte prompt zusätzlich 280000 Franken Subventionen heraus. Und der Urs Hofmann kam nach Schwaderloch und will sich kümmern.

FRECH WIE SCHWADERLOCH: Andere Gemeinden werden diese Idee wohl bald und gerne übernehmen.

joerg.meier@azag.ch