Der Wachmann hatte seine beiden Kollegen am 5. November mit einem Trick aus dem gepanzerten Geldtransporter in Lyon gelockt und war mit den Millionen davongefahren. Doch die Beute war zu gross, um mit ihr über alle Berge zu fliehen.

Der Flüchtige packte also Dutzende Säcke mit mehr als neun Millionen Euro in einen Mietwagen um und parkte das Auto in einer Garage. Doch er hatte die Polizei unterschätzt: Schon zwei Tage später spürten die Fahnder das Auto mit der Millionenladung auf.

Seinen grossen Coup hatte der 39-Jährige minutiös vorbereitet. Schon Monate vorher mietete er unter falschem Namen die Garage für den Mietwagen an. In den Tagen vor dem Diebstahl fuhr er die Strecke ab, wo er den Geldtransporter ausladen wollte, räumte seine Bankkonten und putzte seine Wohnung, um Spuren zu beseitigen.

Zum Verhängnis wurde dem Dieb unter anderem ein Unfall. Jemand hatte sein für die Tat angemietetes Auto beschädigt, und der 39-Jährige verlangte ein neues. Der Vermieter bestand darauf, dass er den Schaden bei der Polizei anzeige. Der Mann tat das - und rief damit sein Gesicht dem Garagenverwalter, dem Autovermieter und der Polizei in Erinnerung.

Der Geständige soll nun den französischen Behörden übergeben werden. Trotz des Diebstahls gehen Juristen davon aus, dass der Geldtransporter-Fahrer am Ende glimpflich davonkommt: Weil er gewaltlos agierte, drohen ihm maximal drei Jahre Haft wegen schweren Diebstahls.