Fragen an Walter Zimmermann, Aarau

Die Klage gegen die Bussen, welche der Stadtrat Aarau nach Kontrollen von Alkoholausschank an Jugendliche am Maienzug-Vorabend 2008 ausgesprochen hat, ist vom Gerichtspräsidenten gutgeheissen worden. Fragen an einen Aarauer Wirt.

Merken
Drucken
Teilen
Wirt

Wirt

Walter Zimmermann, die Klage gegen die Bussen, welche der Stadtrat Aarau nach Kontrollen von Alkoholausschank an Jugendliche am Maienzug-Vorabend 2008 ausgesprochen hat, ist vom Gerichtspräsidenten gutgeheissen worden. Ein Mitarbeiter von Ihnen war auch angeklagt. Sind Sie erleichtert?
Erleichtert nicht, das Ganze hat mich nicht belastet. Die Restaurants stehen im Missbrauch des Alkoholverkaufs an Jugendliche keineswegs auf der Anklagebank. Im Tagesgeschäft haben wir das bestens im Griff. Die unübersichtliche Situation mit den Tausenden von Leuten am Maienzug-Vorabend für diese verdeckten Kontrollen auszunützen, war einfach nicht korrekt.

Die Kontrollen waren aber angekündigt!
Natürlich waren diese angekündigt, nur geht es im Ganzen darum, den Konsum von Alkohol durch Jugendliche zu verhindern und nicht möglichst viele Beizer auszutricksen und anzuklagen. Da müssen wir doch gemeinsam und Hand in Hand arbeiten.

Sie sagen, die Wirtinnen und Wirte stünden in Sachen Alkoholverkauf an Jugendliche nicht auf der Anklagebank. Wer dann?
Sehen Sie, es ist doch überhaupt kein Problem, an Alkohol zu kommen. Ein älterer Kollege - vielfach aber auch Kolleginnnen - kaufen im Handel flaschenweise alkoholische Getränke ein und irgendwo wird das konsumiert. Natürlich soll man den Verkauf kontrollieren. Letztlich geht es aber darum, den Konsum zu verhindern.

Das ist aber für die Polizei etwas komplizierter als die Kontrolle der Verkaufsstellen?
Natürlich, es ist auch nicht einzig Aufgabe der Polizei. Es geht um Eigenverantwortung, um gegenseitige Ermahnung und die Erziehungspflicht der Eltern, die meist gar nicht wissen, wo sich die Kids aufhalten. Wir Wirte werden die Verantwortung weiterhin wahrnehmen, wobei ich nochmals festhalte, dass nicht die Restaurants die Tummelfelder der Alkohol konsumierenden Jugendlichen sind. (msu)