Baugenossenschaft Affoltern
Formalistische Einwände kratzten an der Harmonie

Trotz formalistischer Einwände nahm die Generalversammlung der Baugenossenschaft Alterswohnungen in Affoltern (BAWA) weniger als eine Stunde in Anspruch.

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Formalistische Einwände kratzten an der Harmonie

Formalistische Einwände kratzten an der Harmonie

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Die statutarischen Geschäfte genehmigten die 104 Stimmberechtigten im Saal der katholischen Kirche ohne Diskussionen - mit einer Ausnahme: Ein Genossenschafter bemängelte bei der Bilanz/Jahresrechnung die Seiten ohne Daten und Autor. «Auch Formalitäten müssen beachtet werden. Schliesslich geht es um hohe Beträge», sagte der Mann, rüffelte deswegen die Revisionsstelle und drohte sogar einen Rückzug als Genossenschafter an, «wenn das nicht sauber erledigt wird.» Die kritisierte Revisionsstelle liess das nicht auf sich sitzen. «Dass auf Jahresrechnungen Daten vermerkt sind, ist nicht üblich», sagte der Vertreter und verwies auf die Richtlinien des Revisionshandbuches.
Auch der Vorstand geriet ins Visier des Genossenschafters: An der letzten Generalversammlung trug ein Mitglied Anliegen vor - und las diese von vier A4-Seiten ab. Der Vorstand forderte den Mann damals auf, ihm seine Anliegen in schriftlicher Form zu überlassen. Das tat er dann nicht. «Wir hatten nicht das Gefühl, auf die konfus vorgetragenen Dinge eingehen zu müssen», sagte BAWA-Präsidentin Anita Hausheer. «Auch wenn er sich nicht gemeldet hat, so gehört das in den Jahresbericht», echauffierte sich der Mann, der sich «nicht generell als Kritiker sieht». Er lobte den Vorstand denn auch immerhin «für die beachtlichen Leistungen, welche die BAWA erbringt.» Das wars dann mit den Wortmeldungen. Die Versammlung sagte Ja zu den Protokollen, zum Jahresbericht und zur Jahresrechnung 2009. Mit dem Neubau der Alterswohnungen im Zentrum von Affoltern steigen auch die Mietzinseinnahmen. Für 2011 rechnet die BAWA mit einem Mietzinsertrag von gesamthaft 1,2 Mio. Franken und einem Aufwand von 995 000 Franken. Nach Abzug des Verwaltungsaufwandes verbleibt ein Jahresgewinn von gut 140 000 Franken. «Das wird auch in den folgenden Jahren in etwa so bleiben», fügte Vorstandsmitglied Philippe Dietrich bei. Derzeit wird auch von den günstigen Hypothekarzinsen profitiert, die bei der BAWA im Durchschnitt bei 2,5 Prozent liegen. Aber das kann sich natürlich ändern.
Ohne Wortmeldungen beschloss die GV auch einen Kostenanteil von pauschal 10 000 Franken für den Ausbau der Rigistrasse. Und schliesslich wählte sie per Akklamation ein neues BAWA-Vorstandsmitglied: Urs Laederach aus Zwillikon, Informatiker, ersetzt Martin Klee, der dem Vorstand seit exakt vier Jahren angehörte.
Zum Schluss bezeichnete Anita Hausheer den Tag der offenen Tür in den neuen Alterswohnungen vom vergangenen Samstag als Grosserfolg - und ebenso den Bauablauf, der ohne Unfall und ohne Kostenüberschreitungen abgeschlossen werden konnte. Die Präsidentin betonte, dass die BAWA in den neuen Alterswohnungen kein betreutes Wohnen anbietet und machte darauf aufmerksam, dass von den 31 Wohnungen deren 28 vermietet sind und auch noch Gewerberaum zu haben ist. Der BAWA gehören derzeit 450 Genossenschafterinnen und Genossenschafter an. (-ter.)

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