Solothurn

Flaute auf der Chirurgie

UNTER SPARDRUCK: Auch bei den Spitälern wird  «Kurzarbeit» verordnet. (Bild: BAR)

Spital

UNTER SPARDRUCK: Auch bei den Spitälern wird «Kurzarbeit» verordnet. (Bild: BAR)

Weil es zu wenig zu tun gibt, ist die Station N am Bürgerspital kurzerhand geschlossen worden. Die Spitäler stehen verstärkt unter Druck, ihre Ressourcen effizient einzusetzen.

Elisabeth Seifert

Während der Sommerferienzeit herrscht in manchen Branchen Flaute. Zu spüren bekommen diese unter anderem auch die Spitäler im Kanton. Am Bürgerspital Solothurn sind es vor allem die «schneidenden Disziplinen», sprich: die Abteilungen für Chirurgie und Orthopädie, die sich derzeit nicht über zuviel Arbeit beklagen können. «In der Ferienzeit kommt es generell zu weniger Wahleingriffen», erklärt Stefan Schärer, Leiter Pflegedienst am Bürgerspital und dem Spital Grenchen.

Im Unterschied zu früheren Jahren, wo solche saisonalen Schwankungen einfach hingenommen worden sind, wird jetzt «Kurzarbeit» verordnet. Konkret: Seit 14. Juli - und noch bis Ende des Monats - ist die Station N geschlossen, auf der normalerweise Patientinnen und Patienten liegen, die sich chirugischen und orthopädischen Eingriffen unterziehen. Das aber heisst: 18 Betten bleiben leer und für die Mitarbeitenden, die sich total 15 Vollzeitstellen teilen, gibts - zumindest auf der Station N - nichts zu tun.

Spielraum des GAV nützen

Aus ähnlichen Gründen sei bereits über die Ostertage eine Station während zwei Wochen geschlossen worden, hält Stefan Schärer fest. Und am Kantonsspital Olten blieben über die Weihnachtsferien die Betten einer chirurgischen Abteilung leer, berichtet Hans Strub, Leiter Pflegedienst der Spitalregion Ost. Für beide Pflegedienstleiter, Strub und Schärer, handelt es sich bei der zeitweisen Schliessung ganzer Stationen um ein verhältnismässig neues Phänomen. Wie Stefan Schärer erläutert, dürfe man daraus aber nicht etwa auf eine allgemeinden Rückgang der Fallzahlen schliessen. Diese seien konstant. «Die Spitäler verspüren vielmehr verstärkt den wirtschaftlichen Druck, ihre Ressourcen möglichst effizient einzusetzen.»

Die Solothurner Spitäler AG nützt dabei den Spielraum, den ihnen der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gewährt. «Für die Spitalmitarbeitenden ist die Jahresarbeitszeit massgebend», sagt Stefan Schärer. Das aber bedeutet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorübergehend bis zu 100 Stunden im Minus - und umgekehrt auch bis zu 100 Stunden im Plus - sein dürfen. Das erfordere von den Pflegenden allerdings eine gewisse Flexibilität, unterstreicht Schärer.

Es sei dabei nur ein kleiner Teil der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, die durch die Schliessung einer Station in Minusstunden rutscht, betont der Pflegedienstleiter des Bürgerspitals und des Spitals Grenchen. «Ein grosser Teil hilft in anderen Stationen aus, dort eben, wo gerade Engpässe bestehen.» Für andere wiederum sei die Schliessung eine Gelegenheit Überstunden zu kompensieren - oder aber sie nehmen halt einfach frei.

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