Flamingo: «Eine unsinnige Tötung»

Selber will sich Josef Fischer nicht mehr zum umstrittenen Abschuss des Flamingos äussern. In einer Stellungnahme machte die Stiftung Reusstal aber kürzlich ihre Haltung deutlich.

Die kantonale aargauische Jagdverwaltung liess den Flamingo «mit einer schwer nachvollziehbaren Begründung am 11. Januar im Zentrum des Naturschutzgebietes abschiessen», kritisiert die Organisation.

Die Stiftung Reusstal sei für diesen Entscheid «bewusst nicht konsultiert worden, obwohl sie seit Jahrzehnten erfolgreich in diesem Gebiet tätig und sogar Landmiteigentümerin ist».

Die Verantwortlichen der Stiftung sind brüskiert und distanzieren sich «von dieser unsensiblen und unsinnigen Tötung». Der Abschuss stellt für die Stiftung «eine unakzeptable Störung des ganzen Biotops dar».

Laut der Stiftung stellen verschleppte und ausgesetzte gebietsfremde Tiere und Pflanzen, die sich unkontrolliert und invasiv ausbreiten, für die Biodiversität weltweit ein gravierendes Problem dar. Die Stiftung Reusstal unterstütze deshalb Massnahmenprogramme in diesem Problemkreis, «so das Jäten und Schneiden von amerikanischen Goldruten
in den Riedbiotopen sowie die Eindämmung der asiatischen Rostgänse».

Solche Eingriffe müssten aber vor dem Hintergrund einer gründlichen Problemanalyse erfolgen. Störungen und andere unerwünschte Nebeneffekte seien dabei möglichst zu vermeiden.

Die Stiftung hält weiter fest: «Der Chileflamingo ist bei uns keine invasive Art, welche die Artenvielfalt bedroht. Die Begründung, der Flüchtling aus dem Zürcher Zoo wäre am Flachsee längerfristig verhungert und habe aus Tierschutzgründen erlegt werden müssen, «ist fachlich wohl widerlegbar und lässt die Frage nach Alternativen zu einem Abschuss offen».

Zusammenfassend hält die Stiftung fest: «Wer vor den Augen von Besuchern in
einem Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung einen Flamingo, der während Wochen grosse Faszination und Medienaufmerksamkeit genossen hat, ohne Willen für eine umfassende Vernehmlassung und Problemanalyse abschiessen lässt, handelt unsensibel und arrogant. Für die Naturschutzarbeit vor Ort und für eine verantwortungsvolle Jagd sei dies ein Rückenschuss. (fh)

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