«Fischer sind an der Quelle – sie müssen reagieren»

Kursleiter Friedrich Zimmermann (rechts) und Hans Brauchli, Präsident des Aargauischen Fischereiverbandes, (AFV) im Bach Ruederche

Fischer

Kursleiter Friedrich Zimmermann (rechts) und Hans Brauchli, Präsident des Aargauischen Fischereiverbandes, (AFV) im Bach Ruederche

Unbeeindruckt von den frostigen Temperaturen und von langen Eiszapfen am Ufer der Ruederche trafen sich mehr als zwanzig Fischer aus dem ganzen Kanton in Schlossrued zur Weiterbildung des Aargauischen Fischereiverbandes.


Florian Müller

«Gewässerschutz für den Praktiker» nennt sich der Kurs des Aargauischen Fischereiverbandes (AFV), der gestern in Schlossrued stattfand. Für einmal standen also nicht die Fische im Mittelpunkt, sondern das Gewässer als ganzheitliches Ökosystem. Friedrich Zimmermann von der Abteilung Umwelt des Kantons Aargau wagte zusammen mit den angesprochenen Praktikern - eben mit den 24 anwesenden Fischern aus dem ganzen Kanton - den Gang ans Ufer oder sogar den Schritt in die eisig kalte Ruederche. «Es ist gleichzeitig Anliegen und Aufgabe der kantonalen Abteilung für Umwelt, involvierte Personen für den Gewässerschutz zu sensibilisieren, sei dies für Beruf oder Freizeitbeschäftigung», unterstreicht Zimmermann. Gestern vermittelte er beispielsweise, wie Fischer richtig auf Gewässerverschmutzungen reagieren und erste Gegenmassnahmen einleiten können. Wie erkennt man denn Auffälligkeiten in Gewässern, und wie verhält man sich im Verschmutzungsfall korrekt?

«Ruhig bleiben und effizient mit Behörden und Schadenverursachern kommunizieren», erklärt Zimmermann, der als technischer Sachbearbeiter für Gewässer langjährige Berufserfahrung in diesem Gebiet besitzt. «Seine kompetente und einfache Art, Wissen zu vermitteln, überzeugte mich», kommentiert der Kursteilnehmer Johannes Wenzinger aus Zurzach und betont die Wichtigkeit von Sofortmassnahmen bei Verschmutzungen: «Die Fischer sind an der Quelle. Sie müssen bei einem Schadenfall schnell und richtig reagieren.»

Fischer sollen also auch Umweltschützer sein. Seit 2010 müssen sie für das Lösen einer Fischerkarte einen Sachkundeausweis vorzeigen können. Ziel der Ausbildungs- und Weiterbildungskurse ist es, Personen auszubilden, die respektvoll mit der Natur umgehen und ein Gewässer als ganzheitliches Ökosystem verstehen können. Oder mit
den Worten von Armin Geissmann vom Fischereiverband: «Fischer sollen nicht nur kurz zum Fluss und dann gleich wieder weg.» Eigentlich genau wie gestern Samstag, als die Fischer bei der Exkursion zum Ufer der Ruederche trotz tiefen Temperaturen ausharrten und interessiert zuhörten.

Schutz der Gewässer

Der Aargauische Fischereiverband (AFV) bezweckt den Schutz der Gewässer sowie die Erhaltung und Förderung der Fischerei im Kanton Aargau. Dabei setzt er sich für die Wasserbewohner, deren Artenvielfalt sowie für intakte Lebensräume in und am Wasser ein. Der Verband wurde 1917 gegründet
und ist dem schweizerischen Fischereiverband (SFV) angeschlossen.

www.aarg-fischereiverband.ch

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