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«Fingerzeig Richtung Bundesrat»

Der Weininger Gemeindepräsident will weiter hartnäckig für die Überdeckung des Gubristportals kämpfen. Auch wenn er dafür nochmals in Bern lobbyieren muss.

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Haug

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Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Hanspeter Haug, fast 100 Parlamentarier haben die Motion von Nationalrat Ernst Schibli (SVP) und Ständerat Felix Gutzwiller (FDP) unterschrieben. Darin wird der Bundesrat aufgefordert, die dritte Gubrist-Röhre rasch zu realisieren und dabei die von Weiningen geforderte 270 Meter lange Überdeckung beim Weininger Portal einzubeziehen. Wie werten Sie dieses Ergebnis?

Hanspeter Haug: Meines Wissens sind es 83 Nationalräte und 10 Ständeräte. Es ist sehr gut, dass rund 40 Prozent der Nationalratsmitglieder die Motion unterschrieben haben. Das ist schon jetzt, bevor die Motion überhaupt behandelt wir, ein starkes Signal in Richtung Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Es zeigt dem Bundesrat, wie breit abgestützt unser Anliegen ist.

Wie lange dauert es, bis die Motion behandelt ist?

Haug: Aus meiner Erfahrung als Kantonsrat rund zwei Jahre. Aber so lange wollen wir gar nicht warten. Wir müssen vorwärtsmachen, damit die dritte Gubrist-Röhre realisiert werden kann. Darum ist es gerade so wichtig, dass so viele Parlamentarier hinter uns stehen. Es ist ein Fingerzeig in Richtung Bundesrat, zumal nicht nur bürgerliche Parlamentarier die Motion unterschrieben haben. Es sind auch SP-Nationalräte darunter und mit Ständerätin Verena Diener sogar eine grünliberale Politikerin.

Sie sprechen davon, rasch vorwärtsmachen zu wollen. Wie sehen Ihre Pläne konkret aus?

Haug: In Absprache mit Bruno Hofer, dem Limmattaler Standortförderer, haben wir uns entschieden, die involvierten Ämter wie das Bundesamt für Raumentwicklung und Bundesamt für Landwirtschaft für unser Anliegen zu sensibilisieren. Zudem lassen wir nichts unversucht, um mit Bundesrat Leuenberger ins Gespräch zu kommen.

Was heisst sensibilisieren?

Haug: Wir wollen mit allen möglichen Stellen Gespräche führen. Es ist auch gut vorstellbar, dass wir nochmals nach Bern reisen, um unser Projekt zu zeigen. Gut möglich, dass wir dann auch von Vertretern des Kantons, beispielsweise dem Chef des Amtes für Raumplanung und Vermessung oder des Amtes für Landschaft und Natur, begleitet werden.

Stichwort Bern. Anfang Dezember waren Sie in der Bundesstadt, um bei den Parlamentariern für den Gubrist-Deckel zu lobbyieren. War das Ihr persönliches Highlight des Jahres?

Haug: Natürlich. Wobei das ganze Jahr hindurch Meilensteine gesetzt wurden. Angefangen hat es damit, dass Regierungsrätin Rita Fuhrer ein unabhängiges Ingenieurbüro damit beauftragte, die Machbarkeit unseres Projektes zu überprüfen. Danach wurde das Projekt an verschiedenen Workshops präsentiert. Auch das Bundesamt für Strassen (Astra) war vertreten. Es hat unsere Sicht entgegengenommen, mehr nicht.

Was waren weitere Höhepunkte?

Haug: Der Regierungsratsbeschluss, die Überdeckung des Tunnelportals zu unterstützen und die Forderung, den Halbanschluss zu verschieben, um Platz für den Deckel zu schaffen. Dies ermöglichte es uns mit Ernst Schibli Kontakt aufzunehmen, der uns Türen beim Astra öffnete. Dies gipfelte am Schluss in der Motion.

Ein weiterer Erfolg war die Umzonung des Gebietes Chrummacher. Das Weininger Gewerbe hat nun die Möglichkeit ein neues Gewerbehaus zu erstellen.

Haug: Das war ein wichtiger Schritt für das Gewerbe. Sobald mit dem Bau der dritten Tunnelröhre begonnen werden kann, müssen die Gewerbetreibenden das Gewerbehaus Gubrist verlassen. Durch die Umzonung des Gebietes Chrummacher haben sie nun Planungssicherheit und Zeit für ein neues Projekt.

Man kann also sagen, dass Sie zufrieden sind mit dem Erreichten in diesem Jahr?

Haug: Unbedingt. Wir sind einen Schritt weiter gekommen. Wer hätte Anfang Jahr gedacht, dass wir mit unserem Anliegen auf eine so breite Unterstützung zählen können. Einzig beim Astra ist es uns noch nicht gelungen, Gehör für die Überdeckung zu finden. Von einer Zusammenarbeit mit dem Astra sind wir noch meilenweit entfernt.

Als letzte Option bleibt der Rechtsweg?

Haug: Genau. Das ist die letzte Option. Die streben wir aber nicht an, weil das eine Verzögerung des Ausbaus bedeuten würde und der Verkehr immer stärker zunimmt. Allerdings ist auch klar, dass eine Überdeckung jetzt, beim Bau der dritten Röhre, realisiert werden muss. In fünf Jahren ist es zu spät.

Sie sprechen von einem schwierigen Verhältnis zum Astra. Was stimmt Sie dennoch zuversichtlich, dass die Überdeckung trotzdem realisiert wird?

Haug: Auch das Astra hat gemerkt, dass wir nicht nachgeben. Es wurde uns schon bescheinigt, dass man vonseiten des Astra nicht mit unserer Hartnäckigkeit gerechnet habe. Wenn wir am Ball bleiben, sollten wir unser Ziel erreichen. Zudem gibt es kaum eine andere Schweizer Gemeinde, deren Gemeindegebiet von so viel Autobahn besetzt ist wie unsere. Angesichts dessen ist eine 270 Meter lange Überdeckung keine übertriebene Forderung.