Weissgeld-strategie
Finanzmarktaufsicht warnt vor Weissgeld-Strategie

Die Finma ist alarmiert: Im Ausland würden für die Banken zunehmend Risiken lauern. Die Weissgeld-Strategie würde das Problem verschärfen.

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Präsident der FINMA Eugen Haltiner (Archiv)

Präsident der FINMA Eugen Haltiner (Archiv)

Keystone

Daniel Imwinkelried

Die Schweiz soll keine Fluchtburg für Schwarzgeld mehr sein, fordern Politiker verschiedener Parteien. Sie wollen die Banken daher zu einer Weissgeld-Strategie zwingen. Das heisst, die Banken müssten abklären, ob ihre Kunden Steuern bezahlen. Drücken sich diese darum, sollen die Banken ihr Geld nicht mehr annehmen. Besonders überraschend ist, dass sogar die FDP-Liberalen auf diese Forderung eingeschwenkt sind.

Die Finanzmarktaufsicht Finma warnt nun aber vor einer Weissgeld-Strategie. «Wenn eine Bank den Steuerstatus ihrer Kunden abklären muss, steigt der Aufwand stark», befürchtet Finma-Präsident Eugen Haltiner.

Grund für diese Zurückhaltung sind unberechenbare Rechtsrisiken, welche die Banken eingehen würden, wenn sie den Steuerstatus der Kunden abklären müssten. Bereits heute müssen die Banken immer neue Regeln befolgen, wenn sie europäische Kunden von der Schweiz aus betreuen. Leicht können sie dabei mit Gesetzen in Konflikte geraten. Diese Gefahr würde laut Finma noch steigen, wenn sich die Banken um die Steuerehrlichkeit ihrer Kunden kümmern müssten. Leicht könnten sie für Verfehlungen haftbar gemacht werden. Um das möglichst zu verhindern, müsste die Finma die Kontrolle über die Banken massiv verschärften, was diese teuer zu stehen käme.