Feuerwehroffiziere übten Kritik
Feuerwehroffiziere übten Kritik

Für einmal mussten sie anpacken und konnten nicht delegieren. Feuerwehroffiziere übten in Eggenwil das genaue Beobachten und konkrete Anweisen.

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Feuerwehroffiziere übten Kritik

Feuerwehroffiziere übten Kritik

Birgit Steinger

Früher musste die Feuerwehr «nur» einen Brand löschen können. Heute wird von der ersten Hilfe bis zum richtigen Umgang beim Chemieunfall alles von den Feuerwehrleuten verlangt; Brände sind nur noch ein Teil der Arbeit. Umso wichtiger ist eine gute Aus- und Weiterbildung. In Eggenwil kamen am Samstag 70 Feuerwehroffiziere für den jährlichen Weiterbildungskurs zusammen. Ein grosser Teil davon aus dem Bezirk Bremgarten, wie der Kommandant Peter Nietlisbach erklärte.

Feuerwehralltag-Situationen

An acht Posten spielten zehn Instruktoren der Aargauischen Gebäudeversicherung mit den Offizieren Situationen aus dem Feuerwehralltag durch. So musste beispielsweise eine Person mit dem Schlitten über die Leiter aus einem Haus gerettet werden. Während die einen Männer für die Rettung zuständig waren, mussten die anderen Offiziere genau beobachten. Was war gut? Was weniger? Wichtig ist es, am Schluss eine aufbauende Besprechung durchzuführen.

«Kritisieren kann jeder», wie Nietlisbach erkannte. «Aber wir legen Wert darauf, dass auch die positiven Dinge beachtet und erwähnt werden.» Didaktik und Rhetorik sei heute auch in der Feuerwehr ein wichtiger Bestandteil. Früher habe man oft gehört: «Der Einsatz war erfüllt, alle sind gerannt.» Das wolle man heute nicht mehr hören, denn wenn alle rennen, heisse das noch lange nicht, dass alle Arbeiten korrekt ausgeführt wurden.

Arbeiten und nicht delegieren

Die Übungen erfüllten gleich mehrere positive Aspekte. Zum einen wurden die Offiziere auf das genaue Beobachten und das konkrete Anweisen geschult, zum anderen mussten sie wieder einmal Arbeiten verrichten, die sie sonst nur delegieren. Dazu gehörte sicher das fachgerechte Schlauchabrollen beim Posten mit der Simulation eines brennenden Fahrzeuges. Bei einem weiteren Posten steckte ein Traktor in der Wiese fest. Nun war das logische Denken der Offiziere gefordert. Die Unfallstelle musste gesichert und eine Lösung gefunden werden, um den Traktor aus dem Schlamm zu ziehen.

Die Offiziere spielten jede Situation mehrmals durch, sodass jeder Offizier einmal zu den Rettern und einmal zu den Beobachtern gehörte. Alle hatten so Gelegenheit, von Kollegen zu hören, was noch verbessert werden kann. Das sei wichtig, um einen gelungenen Einsatz zu führen, betonte Nietlisbach.

Früher genoss die Feuerwehr den Ruf, vor allem den Durst zu löschen. Heute gehen die Leute zur Feuerwehr, um gefördert zu werden. Das gesellige Beisammensein sei in den Hintergrund gerückt. Ein hoher Qualitätsstandard ist wichtig, damit die Sicherheit der Bevökerung gewährleistet ist. Solche Weiterbildungen helfen dabei.