Otto Graf

Die Feuerwehren im Baselbiet rüsten weiter auf. An der Hauptübung am Samstag konnte die Feuerwehr Langenbruck gleich zwei neue Fahrzeuge in Betrieb nehmen. Im Bergdorf am Oberen Hauenstein wurde ein 26 Jahre altes Tanklöschfahrzeug (TLF) durch ein neueres Modell ersetzt. Ausserdem wurde als Ersteinsatzfahrzeug ein Landrover in Dienst genommen. «Unsere besonderen topografischen Verhältnisse erforderten es, nebst dem Ersatz des TLFs und auf Empfehlung des Feuerwehrinspektorats ein kleines und wendiges Ersteinsatzfahrzeug zu beschaffen», erklärte Hauptmann Claudia Müller, Kommandantin der Feuerwehr Langenbruck. Nur so könne bei einem Ereignis auf den abgelegenen Nebenhöfen rasch eingegriffen werden, hob sie hervor.

Brutto kosten die beiden Fahrzeuge 360 000 Franken. Nach Abzug des Löschbeitrages der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung verbleiben netto zulasten der Gemeinde gut 160 000 Franken. Einen Zusammenschluss mit anderen Feuerwehren habe man geprüft, sagte Müller weiter. Dabei sei man zum Schluss gekommen, vorläufig auf andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu setzen. So arbeiten die Langenbrucker Pompiers, von denen ein Drittel weiblichen Geschlechts ist, im Alarmbereich eng mit der solothurnischen Nachbargemeinde Holderbank zusammen. Stützpunktfeuerwehr für Langenbruck ist Balsthal. Claudia Müller, die seit 2005 als einzige Frau im Kanton eine Feuerwehr kommandiert, betont, das Rekrutieren von neuen Angehörigen der Feuerwehr verlaufe erfreulich, so dass sich keinerlei Personalengpässe abzeichneten. Ein Anschluss an einen Verbund, liess sie durchblicken, könne aber in einer ferneren Zukunft durchaus wieder zum Thema werden.

Auch deutsche Feuerwehr dabei

Bei der Feuerwehr Farnsburg steht das neue Hilfsleistungsfahrzeug (HLF) schon bald ein Jahr im Einsatz. Weil es mit Verspätung abgeliefert wurde, erfolgte nun die Taufe anlässlich der diesjährigen Hauptübung. Das HLF heisst «Wischbergblitz». Den Namen hat der Drittklässler John Itin im Rahmen eines Wettbewerbs an den Schulen der drei Verbundgemeinden Hemmiken, Ormalingen und Rothenfluh kreiert.

Die Hauptübung fand turnusgemäss in Hemmiken statt. Dabei wurden am Objekt Schulhaus zwei Einsätze je drei Mal durchgespielt. Ein Veteranenzug trat mit persönlicher Ausrüstung aus den Sechzigerjahren und einer Motorspritze mit Jahrgang 1934 an. Kommandiert wurde militärisch straff und laut. Die Rettung einer Frau, die auf dem zweiten Boden eingeschlossen war, gelang vortrefflich. Grenzüberschreitend zeigte auch die Freiwillige Feuerwehr aus dem badischen Britzingen, einem Ortsteil von Müllheim, wie sie bedrohte Frauen aus dem Feuer zu holen pflegt. Statt einer Handschiebeleiter setzten die deutschen Kameraden unter dem Kommando von Hauptmann Harald Lichtblau, der meistens mit Blaulicht unterwegs ist, eine sogenannte Steckleiter ein, was bei den einheimischen Profis etwelches Stirnrunzeln auslöste. Doch die Frau überlebte. Erfolgreich operierte auch die Feuerwehr Farnsburg. Wiederholter und offener Szenenapplaus des Publikums signalisierte, dass die Einsatzdemo nach dem Motto «Einst - heute - Deutschland» grossen Anklang gefunden hatte.