Tunnelbrände

Feuerwehr-Ausbildung: Feuertaufe für Tunnelbrand-Übungsanlagen

Nach Unfall in einem Tunnel (Symbolbild)

Nach Unfall in einem Tunnel (Symbolbild)

Tunnelbrände sind der Alptraum jeder Feuerwehr. In Tunnel-Übungsanlagen in Balsthal SO und Lungern OW können Feuerwehrleute die extrem gefährliche Tunnelbrandbekämpfung künftig üben. Die Anlage im ifa in Balsthal wird am Freitag aus der Taufe gehoben.

In der Übungsanlage können alle denkbaren Szenarien geübt werden, wie das ifa mitteilte. In Balsthal bietet ein 260 Meter langer Tunnel brennende Fahrzeugattrappen wie Autos, Lastwagen und Reisebusse.

Im Tunnel sind auch ein- und zweispurige Streckenabschnitte für Übungen für den Zugsverkehr vorhanden. Neben Eisenbahnwaggons für Personen- und Gütertransporte steht auch eine komplett ausgerüstete Bahnhaltestelle im Untergrund zur Verfügung.

Feuerwehrleute können in Balsthal zusätzlich in einem verwinkelten, mehrstöckigen Übungs-Parkhaus den schwierigen Einsatz in Tiefgaragen üben. In Lungern im Kanton Obwalden befindet sich ein zweiter ifa-Übungsplatz.

In einem Stollen im Brünigmassiv werden Feuerwehrleute mit extrem schwierigen Situationen wie dem Vollbrand zweier Sattelschlepper konfrontiert. Der Tunnel in Lungern ist 130 Meter lang und mit Quer- und Sicherheitsstollen versehen.

Für die Übungsanlage interessieren sich Fachleute aus vielen Ländern, wie ifa-Geschäftsführer Urs Kummer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Bei ihm sind neben den Anfragen aus den Nachbarländern bereits Begehren von Fachleuten aus Israel, Singapur und Taiwan eingetroffen.

Das ASTRA investierte 34 Millionen, die SBB 4 Millionen Franken in die Anlage. Der Betrieb soll von Beginn weg kostendeckend sein. 800 Teilnehmer sollen pro Jahr zwei- bis viertägige Kurse besuchen. Das ergibt 3000 Kurs-Teilnehmer-Tage jährlich.

Das Projekt war nach verheerenden Tunnelbränden in Leben gerufen worden, welche seit 1999 allein im Montblanc-Tunnel in Frankreich, im Gotthard-Strassentunnel, an der Via Mala sowie im Tauern-Tunnel in Österreich 71 Todesopfer gefordert hatten.

Die Bekämpfung von Tunnelbränden kann auch in anderen Anlagen geübt werden. Der Versuchsstollen Hagerbach im Kanton Aargau etwa verfügt über einen 200 Meter langen Brandstollen, in dem Feuerwehrleute üben können.

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