Feuersbrunst
Feuersbrunst mitten in Affoltern

Beim Brand eines Wohn- und Geschäftshauses an der Zürichstrasse in Affoltern in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch entstand Schaden in Millionenhöhe. Mögliche Einsturzgefahr und versteckte Glutnester erschwerten die Löscharbeiten.

Drucken
Teilen
Brand in Affoltern

Brand in Affoltern

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Thomas Stöckli

Ein heimkehrender Bewohner hatte am Dienstagabend kurz vor 23 Uhr den Brandausbruch bemerkt. Die Feuerwehr Affoltern traf die Wohnung bereits im Vollbrand an. So hatten die Flammen bereits auf die Dachverkleidung übergegriffen. Die Brandursache wird derzeit durch den Brandermittlungsdienst der Kapo untersucht.
Im Einsatz standen hundert Feuerwehrleute aus Affoltern, Aeugst und Ottenbach sowie der 54-Meter-Hubretter von Schutz und Rettung Zürich. Die Suche nach Glutnestern gestaltete sich schwierig, nicht zuletzt auch weil unklar war, ob Einsturzgefahr herrscht.
Zahlreiche Anwohner und Ausgänger verfolgten das Flammeninferno. Auch am Mittwochmorgen formieren sich immer wieder Grüppchen von Schaulustigen an der Affoltemer Zürichstrasse. Diese war von Dienstagnacht bis Mittwochmittag gesperrt. Der Verkehr musste über die Untere Bahnhofstrasse umgeleitet werden. Während der Brandermittler der Kantonspolizei einen Augenschein nimmt, wird draussen über mögliche Brandursachen und über den angerichteten Sachschaden spekuliert.

Ausbau geplant

Hausbesitzer Kurt Schneebeli war im Wallis in den Ferien und bereits im Bett, als ihn seine Tochter anrief und ihm von einem Brand mit Verletzten in seinem Haus erzählte. Sofort stieg er ins Auto und kam um 2.15 Uhr in Affoltern an. Hier erwartete ihn ein Bild der Zerstörung, aber zum Glück keine Verletzten.

Schlimmeres verhindert habe nicht nur die gute Arbeit der Feuerwehr, sondern auch eine Brandschutzmauer, die sich mitten durchs Gebäude zieht. So kam der kürzlich renovierte Hausteil relativ ungeschoren davon. Heute Freitag nehmen die Experten der Gebäudeversicherung den Schaden auf. «Ich rechne mit weit über einer Million», so Schneebeli. In zehn Tagen hätten die Arbeiten zum Ausbau des Dachstocks beginnen sollen. Nun wird wohl alles neu gemacht werden müssen.

«Spyre» sucht Alternativen

Besonders hart trifft der Brand die Mieter. Auf einen Schlag haben sie all ihre Besitztümer verloren. «Das ist eine extreme Notsituation», sagt Gemeinderätin Elsbeth Knabenhans. Noch in der Brandnacht suchte sie für die zwei betroffenen Familien eine provisorische Unterkunft. Schliesslich konnten sich diese aber privat organisieren. Gemeinsam mit Hausbesitzer Kurt Schneebeli will die Gemeinde bald eine mittelfristige Lösung anbieten können.

Hart getroffen hat es aber auch die Gewerbetreibenden. Kurt Schneebeli rechnet mit einem Jahr, bis die «Spyre» und das Studio Oh-lala ihren Betrieb wieder aufnehmen können. «Ich bin schockiert von dem, was passiert ist», so Serge Gabathuler, Mit-Inhaber der Spyre Bar im Erdgeschoss. Vom Feuer verschont, wurde diese durch Löschwasser arg in Mitleidenschaft gezogen. «Wir sind mega glücklich, dass niemand verletzt wurde», hebt Gabathuler das Wichtigste hervor. Seinen Stammgästen verspricht er: «Wir machen nicht einfach länger zu.» In den nächsten Tagen will er kommunizieren, wie es weiter geht. Denkbar seien ein anderer Standort, aber auch ein Provisorium am Gebäude.

Aktuelle Nachrichten