Feuerbrand

Feuerbrand breitet sich im Aargau weiter aus

Demonstration: Der Rückschnitt oder Rückriss eines Obstbaums kann mithilfe einer Hebebühne ausgeführt werden. (Alois Felber)

Feuerbrand im Kanton Aargau

Demonstration: Der Rückschnitt oder Rückriss eines Obstbaums kann mithilfe einer Hebebühne ausgeführt werden. (Alois Felber)

Obwohl die Aargauer Apfelproduzenten dieses Jahr bislang kaum Ausfälle wegen Feuerbrandbefall zu verzeichnen haben, breiten sich die Bakterien weiter aus. Vor allem Gemeinden auf dem Mutschellen sind zurzeit vom Feuerbrand betroffen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Krankheit noch grosse Kosten verursachen wird.

Carla Lozza

Neue massive Feuerbrandschäden im südlichen Aargau haben den Kanton im Juni veranlasst, vier regionale Beratungsstellen zu lancieren, um Betroffene mit Sanierungsmassnahmen zu unterstützen. Und die Stellen haben alle Hände voll zu tun, wie die Kantonale Feuerbrandkontrolleurin Rosmarie Reich gegenüber a-z.ch/news bestätigt. Sie ist zurzeit vor allem in der Region Bremgarten unterwegs, wo der Feuerbrand in etlichen Gärten wütet.

Sehr stark befallen ist dieses Jahr der Cotoneaster, eine Böschungspflanze, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Gärten gerne gegen Unkrautwuchs gesetzt wurde. Die Pflanzen werden entfernt und anschliessend verbrannt, da Feuerbrand-Bakterien auf befallenem Holz bis zu drei Monate überleben.

Fast keine Niederstammbäume betroffen

Die grössten Sorgen bereiten den Experten vom Kantonalen Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg jedoch die hochstämmigen Kernobstbäume. Die Beobachtung und Pflege dieser hohen Bäume gestaltet sich - im Vergleich zu den Niederstämmen - sehr aufwändig und wird deshalb gerne vernachlässigt, wie Ueli Gremminger von der Fachstelle Obstbau in Liebegg erklärt.

Es sind denn auch die Hochstammbäume, die bei der Feuerbrandbekämpfung in Zukunft das Hauptproblem sein werden. Einerseits sind sie laut Gremminger ideale Verbreitungsherde für den Feuerbrand, andererseits gehören sie zur Schweizer Kulturlandschaft und können nicht einfach so abgeholzt werden.

Ausrotten unmöglich - Gemeinden sind gefordert

Die Devise heisst demnach in stark befallenen Gebieten: eindämmen. Sei es durch Abschneiden von betroffenen Ästen oder in grösseren Anlagen durch kontrolliertes Spritzen des Antibiotikums Streptomycin.
Eine Ausrottung des Feuerbrandes ist praktisch unmöglich, erklärt der kantonale Obstbauexperte Ueli Gremminger, deshalb stellt sich die Frage der Finanzierung der Bekämpfungsmassnahmen.

Bislang werden die Kosten hauptsächlich von Bund und Kanton getragen. Dem Kanton Aargau steht dieses Jahr rund eine Million Franken zur Verfügung, das sind 150'000 Franken mehr als 2008. Nun sind auch die Gemeinden gefordert. Ueli Gremminger von der Fachstelle Obstbau kann sich vorstellen, dass sich in Zukunft auch Gemeinden finanziell an der Feuerbrandbekämpfung beteiligen. Diese sind bis jetzt vor allem durch Arbeitseinsätze engagiert. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Feuerbrandbefalls könnte sich das heutige Finanzierungsmodell von Bund, Kanton und Gemeinden jedoch bald ändern.

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