Fabian Hägler

Eigentlich schien alles klar: 4,75 Millionen Franken wollen Kanton Aargau und die Gemeinden Villmergen und Wohlen in die Sanierung der Anglikerstrasse und den Bau des Kreisels «Industrie» investieren. Im Januar sprach Wohlen als letzter Partner den nötigen Kredit, inzwischen ist der geplante Kreisel ausgesteckt und die Projektauflage wurde durchgeführt.

Während der Auflage dann die Überraschung: Die Ferrowohlen AG, die ihr 170 000 Quadratmeter grosses Areal bisher einzig über die Industriestrasse erschliesst, hat einen Antrag zur Projektänderung gestellt. Darin schlägt das Unternehmen vor, bei der heutigen Einfahrt zu Coop Bau- und Hobby-Markt und Cellpack einen neuen Kreisel zu bauen. «Die Ferro sieht dort ihre zukünftige Haupterschliessung, mit direkter Ausfahrt in die Anglikerstrasse», sagt der Villmerger Gemeindeammann Paul Meyer.

Kreisel Industrie überflüssig?

Der Gemeinderat Villmergen unterstütze dieses Projekt grundsätzlich, führt Meyer aus. «Für uns war immer klar, dass bei dieser Einmündung früher oder später etwas gemacht werden muss», sagt er. Daher habe die Gemeinde mit Coop und Cellpack auch konkrete Vereinbarungen abgeschlossen, dass sich die Firmen an allfälligen Baukosten beteiligen müssen.

Bleibt die offene Frage, ob der ursprünglich geplante Kreisel Industrie überhaupt gebaut wird. «Wenn wir die Erschliessung wie vorgesehen über den neuen Kreisel, rund 500 Meter westlich der Industriestrasse, realisieren können, wäre das für uns optimal», sagt Peter Wertli, Verwaltungsrat der Ferrowohlen AG. Die bisherige Zufahrt über die Industriestrasse würde «für uns dann an Bedeutung verlieren», ergänzt Wertli.

Kanton muss entscheiden

Tatsächlich scheint es fraglich, ob auf einer Strecke von wenigen hundert Metern gleich zwei neue Kreisel gebaut werden. «Wir leiten den Projekt-
änderungsantrag der Ferrowohlen AG nun nach Aarau weiter», sagt Paul Meyer. Für das Gesamtprojekt liege die Bauherrschaft beim Kanton, dieser müsse entscheiden, welche Variante umgesetzt werden solle.