Fernwärme neu aufgegleist

Fernwärme neu aufgegleist

Fernwärme neu aufgegleist

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt neuer Schwung ins Projekt «Wärmeverbund Rekingen». Gemäss Experte ist ein Ausbau möglich und sinnvoll. Bei genügend Nachfrage wird die erste Wärme im Jahr 2011 fliessen.

Angelo Zambelli

Mitte Oktober 2008 gelangten die AEW Energie AG und der Rekinger Gemeinderat mit dem Vorschlag an die Bevölkerung, einen Holzschnitzel-Wärmeverbund zu realisieren. Der damalige Zeitplan war ambitiös, zu ambitiös, wie sich zeigen sollte: Von rund 350 angeschriebenen Liegenschaftsbesitzern meldeten zunächst 110 Interesse an einem Anschluss an. Das Projekt «Wärmeverbund Rekingen» geriet ins Stocken. In dieser Situation entschloss sich der Rekinger Gemeinderat, einen Experten beizuziehen und zu beauftragen, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen und dem Gemeinderat damit eine neue Entscheidungsgrundlage in die Hände zu geben.

Investition von 12,5 Millionen

In seiner Studie kommt der Experte zum Schluss, dass der Wärmeverbund für praktisch das gesamte Gemeindegebiet machbar ist und wirtschaftlich betrieben werden kann. Der mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Energiefachmann rechnet mit Investitionen von 12,5 Millionen Franken. Im Gegensatz zum ursprünglichen Konzept wurden die Erschliessungseinheiten viel kleiner gewählt, um den Netzbau zu vereinfachen. Der Ausbau soll in Etappen erfolgen (siehe Plan). Nach einem Grundausbau werden die Quartiere angeschlossen, wenn eine Anschlussdichte von rund 70 Prozent gewährleistet ist. Ein Vollausbau des Verbundes bedingt eine Heizleistung von insgesamt 3,2 Megawatt respektive eine Energieproduktion in der Heizzentrale im Areal der ehemaligen Kalkfabrik von 5,7 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der Experte beurteilt den Standort der Heizzentrale in der «Chalchi», für deren Bau mit Kosten von 1,3 Millionen Franken gerechnet werden muss, als sehr gut. Die künftigen Wärmebezüger müssen drei unterschiedliche Beiträge in ihre Kalkulation einbeziehen: die Investitionskosten bzw. die Anschlussgebühren, den Betriebskostenbeitrag je nach Anschlussleistung sowie den Energiepreis entsprechend dem effektiven Wärmeverbrauch.

Konkurrenzfähige Alternative

Die vom Experten präsentierten Zahlen belegen, dass der geplante Holzschnitzel-Wärmeverbund eine gute Alternative zu herkömmlichen Heizungen darstellt: Eine Ölheizung verursacht Kosten von 16 bis 19 Rappen pro Kilowattstunde, der Wärmeverbund mit Holzschnitzeln als Energielieferant kommt auf Kosten von 18 bis 20 Rappen pro Kilowattstunde. Bei einer Wärmepumpe mit Erdsonde muss mit Kosten von 20 bis 24 Rappen pro Kilowattstunde gerechnet werden.

Der vom Gemeinderat Rekingen beigezogene Experte kommt zum Schluss, dass die Waldfläche des Forstreviers Rekingen-Tegerfelden ausreicht, um die benötigte Menge an Holzschnitzeln langfristig zu liefern. Der Gemeinderat hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, das Projekt zu begleiten.

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