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Ferienpass ohne Pro Juventute

Weil die Unterstützung fehlt, überlegen sich Ferienpass-Teams die Loslösung von Pro Juventute.

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Aargauer Zeitung

In diesen Tagen besuchen zahlreiche Mädchen und Knaben Ferienpass-Aktionen. Obwohl viele den Ferienpass mit Pro Juventute verbinden, steht nur hinter rund jedem dritten tatsächlich die Pro Juventute als Organisator. Ohne Pro Juventute organisiert sich bereits seit etwa neun Jahren der FerienSpass im Bezirk Rheinfelden. Nun überlegen sich auch andere Organisationsteams, den Ferienpass zukünftig ohne Patronat der Pro Juventute durchzuführen. In diesen Gebieten würde ein Verein die Organisation des Ferienpasses übernehmen.

Die Abspaltungsgelüste der Ferienpässe hängt unter anderem mit dem strukturellen Umbau von Pro Juventute zusammen, der im Herbst abgeschlossen sein sollte. Dabei werden anstelle der bisher rund 180 Bezirksorganisationen 30 bis 50 Pro-Juventute-Vereine gegründet und andererseits soll es auch vermehrt möglich sein, dass externe Organisationen, zum Beispiel Gemeinden oder Vereine, die Verantwortung für Pro-Juventute-Projekte übernehmen können.

Walter Kutter, bei Pro Juventute zuständig für die Ferienpässe, erklärt, dass für Pro Juventute das Wohl der Kinder im Mittelpunkt stehe. «Ob ein Ferienpass nun unter dem Patronat von Pro Juventute läuft oder nicht, ist zweitrangig», sagt er. «Wichtig ist jedoch, dass die Kinder in den Sommerferien etwas Sinnvolles unternehmen können - egal, welches Label darüber steht.» Gleichzeitig betont er aber, dass Ferienpässe, die unter dem Patronat von Pro Juventute stünden, Mindestanforderungen erfüllen müssten. Im Zuge der Umstrukturierungen sei auch geplant, dass die Pro- Juventute-Organisationsteams eine moderne Software erhielten und bei Problemfällen auch auf das Care-Team sowie die Versicherung der Pro Juventute zurückgreifen könnten.

So stellt sich die Frage, weshalb sich der FerienSpass im Bezirk Rheinfelden vor neun Jahren von Pro Juventute löste. Gründe gebe es einige, sagt Doris Salz aus Magden. Sie ist seit 11 Jahren im Organisationsteam des FerienSpasses. «Finanziell haben wir von Pro Juventute nur wenig Unterstützung erhalten. Wir erhielten zwar Briefmarken zum Selbstkostenpreis, haben aber immer selber nach Sponsoren gesucht, um die Beitragskosten der Kinder tief zu halten.» So konnte sich der FerienSpass ein finanzielles Polster aufbauen, mit dem man neue Computer bezahlen wollte. «Als Pro Juventute davon hörte, hätten wir dieses Geld abgeben sollen», so Salz. Aus diesem Grund sei es dann zur Loslösung gekommen. (lbr)

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