Basel
Feier mit Feuer und Fahne

In seiner 1.-August-Rede auf dem Bruderholz bekräftigte Regierungspräsident Guy Morin den Willen der Basler Regierung, den Umweltschutz voranzutreiben.

Merken
Drucken
Teilen
Guy Morin

Guy Morin

bz Basellandschaftliche Zeitung

Toprak Yerguz

Regierungspräsident Guy Morin hat gewonnen: Er hatte die grösste mitgebracht. Unter all den roten Lampions, Käppchen und T-Shirts mit dem weissen Schweizerkreuz drauf, die an der offiziellen Bundesfeier auf dem Bruderholz zu sehen waren, stach Morins Fahne deutlich hervor: Das 40 mal 40 Meter grosse Stück Stoff wurde an einen eigens dafür hergebrachten Kran gehängt.

In Tat und Wahrheit gehört die Fahne nicht wirklich dem Basler Regierungspräsidenten, sondern ist ein Produkt diverser Organisationen, die im Umweltschutz tätig sind. Morin nutzte sie jedoch in seiner Festrede als Symbol, um die Bemühungen des Basler Stadtkantons in Sachen Umweltschutz zu verdeutlichen: «Das schreiben wir uns auf die Fahne.»

Er beliess es nicht bei Worten und schrieb seinen Namen auf die Fahne und ermutigte die Zuhörer, es ihm gleich zu tun. Die Fahne soll Ende Jahr nach Kopenhagen an die Weltklimakonferenz gebracht werden. Morin erhoffte sich möglichst viele Unterschriften auf der Fahne, die als Zeichen für eine umweltbewusste Schweiz stehen sollen. Nicht nur die Regierungen, sondern auch die Bevölkerung sei aufgefordert, diesbezüglich aktiv zu werden. Investitionen in den Umweltschutz seien nicht verlorenes Geld. Vielmehr rechne sich dieser Einsatz auf Dauer auch finanziell.

Folklore und Böller

Morins Rede war ein Plädoyer für den Klimaschutz. Dabei vergass er den Bundesfeiertag nicht und spannte einen Bogen zwischen den beiden Themen. Grund für den eidgenössischen Zusammenhalt sei heute die drohende Zerstörung der Natur, ganz im Gegensatz zu den Gründungsjahren der Eidgenossenschaft, als der Wehrwille gegen fremde Mächte einte: «Wenn die drei Urkantone heute ihren Bund schliessen würden, dann gegen die Klimaerwärmung.»

Morins Rede war eingebettet in zahlreiche Darbietungen verschiedener Gruppen, die Musik, Tanz und Akrobatik vorführten. Im Vergleich zum Feuerwerk des Vorabends, als am Rhein ein ausgelassenes Fest stattfand (siehe Sonntag bz), war die Stimmung auf dem Bruderholz eher vom Respekt gegenüber den Schweizerischen Traditionen geprägt. Die vielen roten Accessoires mit Schweizerkreuz unter den Feiernden und das Musikprogramm inklusive Jodlerclub Alpehüttli verliehen dem Anlass eine folkloristische Note, die einer Bundesfeier würdig war. Nicht ganz zur Freude aller Anwesenden wurde das gesamte Programm begleitet von den obligaten Böllern und Krachern. Den Abschluss der offiziellen Bundesfeier boten das Höhenfeuer, das zu Fusse des Wasserturms entzündet wurde, und das Feuerwerk.