Pro Steg erhält den Aargauer Heimatschutzpreis

Feier in der alten «Rheinlust»

Der Aargauer Heimatschutzpreis geht in diesem Jahr an die Rheinfelder Interessengemeinschaft Pro Steg. Damit werden Bemühungen zum Erhalt des Eisenstegs mitsamt dem alten Kraftwerk gewürdigt.

Der Preis ist eine im Jahre 1985 von der Aargauischen Vereinigung für Heimatschutz geschaffene und von der Neuen Aargauer Bank (NAB) unterstützte kulturelle Institution zur Förderung des Heimatschutzgedankens und der Heimatpflege im Kanton Aargau. Er ist mit 10 000 Franken dotiert.

Präsidentin der Jury ist die Kunsthistorikerin Nicoletta Brentano-Motta; weitere Mitglieder: Jürg Andreas Bossardt (Denkmalpflege Aarau), Claudio Affolter, Kunsthistoriker aus Baden, Noemi Leemann, Studentin der Geschichte und der Soziologie (Wien), Chris Leemann, Werbefachmann aus Rheinfelden, und Felix Fuchs, Stadtbaumeister in Aarau.

Die Preisverleihung findet am Samstag, 17. Oktober, auf historischem Boden statt: in der früheren «Rheinlust», heute Taverne zum Zähringer, neben dem Brückenkopf des Eisenstegs. Das markante Haus steht in engem Zusammenhang mit dem Bau des Fluss-kraftwerks (1895 bis 1898) auf der badischen Rheinseite. Die Stadt lag damals weit entfernt. So beschloss Carl Habich-Dietschy, der damalige Chef der Salmenbrauerei, für die auf der Baustelle tätigen Arbeiter ein Gasthaus zu bauen.

An der rheinseitigen Ecke wurde im Parterre ein Zollposten eingerichtet, um vertragsgemäss den Passantenverkehr über die Eisenbrücke kontrollieren zu können. Sie schuf eine wichtige grenzüberschreitende Verbindung, denn mit dem neuen Kraftwerk entstanden in der badischen Nachbarschaft vor allem chemische Betriebe mit einem hohen Strombedarf. Viele Arbeiter aus dem Fricktal fanden dort Beschäftigung und benutzten den Eisensteg als direkte Verbindung. In der «Rheinlust» gab es einst nach Feierabend noch so manchen Hock beim Bier.

Die Preisverleihungsfeier beginnt um 14 Uhr. Die Laudatio hält Professor Gerhard Neidhöfer, der die technikgeschichtliche Bedeutung des alten Kraftwerks würdigen möchte. Den Preis übergeben Nicoletta Brentano-Motta und Thomas Schönenbergber, Leiter der Region Fricktal der NAB. Mit Grussbotschaften warten Stadtammann Franco Mazzi und Landammann Roland Brogli auf. Auch der badische Oberbürgermeister Eberhard Niethammer hält eine Ansprache. (ach)

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