Badi

Fehlende Badegäste in einem typisch schweizerischen Sommer

Können Sie sich an den Sommer 2003 erinnern? Schön und heiss war es, und die Badis erfreuten sich grösster Beliebtheit. Diesen Sommer sind die Bademeister in den Aargauer Badis mit den Eintrittszahlen nicht alle zufrieden.

Eine Umfrage in vier Aargauer Badis zeigt: Drei von vier Badis sind nicht zufrieden mit den bisherigen Eintrittszahlen. Nicht beklagen will sich Claudia Hächler von der Badi in Entfelden: «Dadurch, dass wir das Hallenbad das erste Mal während der ganzen Sommerferien geöffnet hatten, können wir nicht vergleichen mit den anderen Sommern.» Doch der Umstand, dass die Badegäste bei schlechtem Wetter auf das Hallenbad ausweichen konnten, habe ihnen sicherlich geholfen. Eventuelle Einbussen bei den Freibadeintritten hätten durch die Schwimmkurse im Hallenbad aufgefangen werden können.

Von einem durchschnittlichen Sommer spricht Paul Gürtler, Chefbademeister der Fricker Badi. «Bis am 10. August konnten wir 48 000 Eintritte zählen», so Gürtler. In der Badesaison 2007 seien es im ganzen Sommer nicht mehr gewesen. Der Sommer 2008 sei jedoch schon besser gewesen, aber man könne das Wetter schliesslich nicht ändern. «Ein Sommer, wie wir ihn dieses Jahr erleben, ist für Schweizer Verhältnisse doch völlig normal», meint Gürtler.

Gar nicht zufrieden ist man im Schwimmbad Bünzmatt in Wohlen: Chefbadmeister Stefan Meier wünscht sich 10 000 bis 15 000 Eintritte mehr. Wenn sich das Wetter im August noch von seiner sonnigen Seite zeigen sollte, könnte der Verlust noch etwas aufgefangen werden, erklärt Meier. Aber die Saison werde - wie die zwei Saisons zuvor - schlecht ausfallen.

Nicht nur die fehlenden Eintritte machen einer Badi zu schaffen: Wenn es während der Badesaison häufig regnet, wächst der Rasen auf dem Badigelände schneller und muss dementsprechend häufiger gemäht werden. «Wechselndes Wetter gibt uns viel mehr zu tun als konstant schönes Wetter», sagt Meier. Denn die Bademeister müssen laut Meier bei schlechtem Wetter trotzdem vor Ort sein: «Auch wenn sich nur eine Person im Wasser befindet, erfordert dies die Anwesenheit eines Bademeisters.»

Ähnlich unzufrieden ist man in der Badener Badi: Das Terrassenbad verzeichnet ca. 60 000 Eintritte, budgetiert wären 80 000 bis 90 000 Eintritte. «Wir wollen Qualität und Sicherheit bieten, und die muss auch bei schlechtem Wetter gewährleistet sein» sagt Betriebsleiter René Saurenmann. Somit könne man bei schlechtem Wetter nicht von weniger Aufwand für den Betrieb ausgehen. Einzig beim Restaurant könne man einsparen, indem man es bei schlechtem Wetter gar nicht öffnet. «Falls sich der August und der September noch von seiner sonnigen Seite zeigt, werden wir die Saison verlängern; schliesslich sind wir ein Dienstleistungsunternehmen und richten uns nach den Wünschen der Kunden», sagt Saurenmann. Trotzdem seien die Einbussen wohl nicht mehr aufzuholen. (dge)

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