FCB und Basel United schiessen zurück

Laut der Studie fliessen vom St. Jakob-Park und der St. Jakob-Arena jährlich rund 20 Millionen Franken in die Staatskassen beider Basel. Eine Reduktion der Sicherheitskosten soll laut dem FCB möglich sein.

Yen Duong

Nun schlagen der FCB und die Stadionbetreiberin Basel United zurück: Nachdem der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass in den letzten Monaten des öfteren gefordert hat, der FCB solle mehr an die Sicherheitskosten zahlen (die bz berichtete), geht der FCB nun gemeinsam mit Basel United in die Offensive. Sie haben die Hochschule für Wirtschaft Basel NWS beauftragt, über den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 1. Januar 2006 eine Wertschöpfungsstudie zu erstellen. Konkret habe die Studie ergeben, dass im Durchschnitt pro Jahr die Wertschöpfung für St. Jakob-Park und St. Jakob-Arena rund 92 Millionen Franken betrage, teilten der FCB und Basel United gestern vereint mit. Darin seien sowohl die interne Gesamtwertschöpfung (inklusive Umsatzsteuer) als auch die Wertschöpfung Dritter (Essen, Getränke, Anreise/Parking) enthalten. Die jährlichen Steuereinnahmen würden sich für die beiden Basel auf durchschnittlich 20 Millionen Franken belaufen.

Bewusst sei die Studie ausserhalb von Champions-League-Jahren und der Euro 2008 gewählt worden, um den Normalzustand darzustellen. «Mit der Studie wollten wir erfahren, was der St. Jakob-Park und die St. Jakob-Arena an Wert kreieren», sagt FCB-Verwaltungsrat Mathieu Jaus. Er betont, dass diese bereits im Jahr 2007 in Auftrag gegeben wurde und nicht erst seit den Diskussionen rund um die Sicherheitskosten von FCB-Spielen. Die Diskussionen seien aber auch mit ein Grund gewesen, dass der FCB die Zahlen erst jetzt publik macht.

Erschwert die Arbeit

Geht es nach Jaus, soll die Studie zeigen, dass der FCB nicht nur Kosten verursache, sondern auch einen Gegenwert schaffe. «Es kommt mir vor, als sehe man nur das Schlechte, das stört», sagt Jaus. Der FCB zahle verglichen mit Zürich oder Bern viel für die Sicherheit. Somit sei der FCB gegenüber anderen Vereinen im Nachteil. Vor Jahren habe der Verein nichts gezahlt, dann schrittweise immer mehr, moniert er. «Und jetzt wird wieder mehr verlangt. Das erschwert uns die Arbeit», meint Jaus weiter. Dabei zeige die Studie klar, dass es möglich sei, die Sicherheitskosten für Fussballspiele aus den Steuereinnahmen von 20 Millionen Franken zu finanzieren.

Dieser Meinung ist auch Christian Kern, CEO von Basel United. «Wegen der Steuereinnahmen sollte eine Gebührensenkung doch machbar sein.» Denn die Gebühren für Konzerte im St. Jakob-Park seien im Vergleich zu anderen Veranstaltungsorten unverhältnismässig hoch. So hoch, dass grosse Agenturen Basel als Spielort meiden würden (siehe Box). «Mit diesen Kosten einen Reingewinn zu machen, ist für die Veranstalter unmöglich», erklärt Kern. Basel United werde im August mit Hanspeter Gass zusammensitzen, um über die Gebühren zu diskutieren.

Zwei verschiedene Paar Schuhe

Der FCB hingegen diskutiert bereits mit Polizeidirektor Hanspeter Gass. Wie es im Kampf um die Sicherheitskosten rund um FCB-Spiele weitergeht, wird sich laut Mathieu Jaus frühestens im Herbst zeigen.

Zu der veröffentlichten Wertschöpfungsstudie vom FCB und Basel United will sich das Justiz- und Sicherheitsdepartement nicht konkret äussern, nur: «Die Sicherheitskosten haben nichts zu tun mit den Steuern, für die je eine Grundleistung erbracht wird», sagt Mediensprecher Klaus Mannhart. Das seien «zwei verschiedene Paar Schuhe». Alle ausserordentlichen Leistungen müssten schliesslich separat abgegolten werden.

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