FC Aarau

FC Aarau: Ein Trainerwechsel ohne Folgen

Scheint kein Mann der Zimperlichkeiten zu sein: FCA-Trainer Martin Andermatt.

Martin Andermatt

Scheint kein Mann der Zimperlichkeiten zu sein: FCA-Trainer Martin Andermatt.

Der FC Aarau präsentiert sich weiter blutleer und auch gegen Sion gelingt der so sehnlichst erhoffte Befreiungsschlag nicht. Die Nullnummer gegen Sion ist ein Treten an Ort. Ein «Soforteffekt » ist nach dem Trainerwechsel nicht eingetreten.

Am Ende steht ein Unentschieden, ein Punktgewinn nach sechs Niederlagen in Serie. Ein Punkt, der vielleicht den freien Fall ins Bodenlose verhindert, ein Punkt aber, der dem FC Aarau in dieser Situation nicht weiterhilft.

Denn was die Mannschaft über neunzig Minuten zeigte, das gibt kaum Anlass zu Hoffnung. Nach einem harten Platzverweis gegen Serey Die (29.) vermochte die völlige verunsicherte Aarauer Equipe auch die numerische Überlegenheit in keiner Phase zu nutzen. Das Bemühen ist der Mannschaft nicht abzusprechen und auch punkto Einsatz muss sich die Equipe keinerlei Vorwürfe gefallen lassen. Aber der Mannschaft fehlen die fussballerischen Mittel um selbst einen dezimierten Gegner in Bedrängnis zu bringen. Zu fehlerhaft, zu uninspiriert, zu konzeptlos präsentierte sich das Spiel der Aarauer auch gegen Sion. Flüssige Spielzüge über mehrere Stationen gab es nicht zu sehen und die stereotyp hoch in den Strafraum geschlagenen Bälle machten das Aarauer Spiel derart ausrechenbar, dass die Sion- Verteidigung nie in Bedrängnis kam. Eine einzige klare Torchance in neunzig Minuten ist die statistisch niederschmetternde Bilanz in einem Spiel, das nach der Partie gegen Bellinzona das zweite «schicksalshafte» Heimspiel gewesen ist.

Eine Niederlage im Cup gegen Biel, eine Heimniederlage gegen Bellinzona und ein 0:0 gegen Sion. Dies ist das erste «Arbeitszeugnis» vom neuen Trainer Martin Andermatt. Der Trainerwechsel hat zwar viel Staub aufgewirbelt. Dass der neue Besen nun aber besser wischt, davon ist vorerst noch nichts zu sehen. Natürlich darf und kann die Arbeit Andermatts nicht nach drei Spieltagen kritisiert werden. Aber bei einem Trainerwechsel erhofft man sich in der Regel einen «Blitzeffekt», man will die Handbremse lösen, man will vorhandenes, aber nicht ausgeschöpftes Potenzial nutzen. Doch auch der gestrige Auftritt war ein weiterer Beweis dafür, dass es keine Blockade zu lösen gab. Denn die Mannschaft verfügt über zu wenig Substanz und vor allem das Mittelfeld steckt in einer tiefen Identitätskrise. Die bedauernswerten Mustafi und Stojkov bekamen kaum einen brauchbaren Ball und waren die Leidtragenden des Aarauer Angriffsspiels, das ohne jegliches Überraschungsmoment auskommen muss.

So musste Martin Andermatt verständlicherweise die wenigen positiven Aspekte herausstreichen: «Wir haben wenigstens wieder einmal zu null gespielt und haben an Stabilität gewonnen. Und wir haben einen Punkt geholt und die Niederlagenserie beendet ». Andermatt hat bei seinem Team auch eine weitere Steigerung ausgemacht, «mein Team hat den Sieg gesucht. » Klar ist aber, dass die dezimierten Walliser die weit klareren Torchancen hatten und der Punktgewinn für den FC Aarau gar als glücklich zu bezeichnen ist. «In unserer Situation muss man kleine Schritte machen», sagt Abwehrspieler Martin Stoll. Aber kleine Schritte führen den FC Aarau ganz sicher nicht weg vom Tabellenende. Sie führen, soviel ist klar, auf direktem Weg in die Challenge League.

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