Fast wie in Hollywood: «Feueralarm» im Kino Capitol

Die Feuerwehr suchte sich für ihre Übung ein Szenario aus, das man sich am liebsten nicht vorstellen würde: ein Brand im einzigen Limmattaler Kino, dem Capitol in Dietikon. Die Übung lief erfolgreich ab.

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Limmattaler Zeitung

Franziska Schädel

Dramatische Szenen vor dem Kino Capitol: Aus der Türe dringt dicker Rauch, auf dem Dach rufen Leute um Hilfe, Menschen flüchten auf die Strasse. Schon von weitem hört man das Martinshorn. Aber es ist alles nur halb so schlimm: Die Dietiker Feuerwehr probt den Ernstfall - unter Bedingungen, so nahe wie möglich an der Realität.

Ahnungslose Feuerwehrleute

Nur die Kommandanten wissen, dass es sich um eine Übung handelt. Im Kinosaal sitzen 45 nichts ahnende Feuerwehrleute und schauen einen Film - als kleiner Unterbruch einer normalen Ausbildungsübung, wie sie meinen. Doch dann geht der Alarm los und sie müssen - unterstützt von ihren alarmierten Kollegen der zweiten Kompanie - ihr Können unter Beweis stellen. Gleichzeitig soll auch das Evakuationskonzept des Kinos einem Härtetest unterzogen werden.

Schwierige Verkehrsregelung

Roland Graf, Oberkommandant der Feuerwehr, ist zufrieden mit seinen Männern: «Fünf Minuten nach Auslösen des Alarms war die Feuerwehr da. Das ist eine gute Leistung.» Etwas gehapert habe es anfänglich mit der Regelung des Verkehrs. Kein einfaches Unterfangen allerdings, an einem Samstag um 12 Uhr. Die Bahn muss fahren können, Privatautos werden umgeleitet.

«Den Einsatz des Wasserschlauchs habe ich ihnen verboten», meint Martin Romer, Geschäftsführer des Kinos Capitol, mit einem Augenzwinkern. Zahlreiche Schaulustige kommentieren das Geschehen, und der Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi verfolgt mit Argusaugen die Übung. Ein kurzer Augenschein im Kino führt drastisch vor Augen, wie es sich anfühlen muss, wenn es wirklich brennt und überall nur noch Rauch ist. Die Statisten, die sich von der Feuerwehr vom Dach «retten» lassen, sind auf jeden Fall heilfroh, dass alles nur eine Übung war.