Gerichtsurteil

Fast 14 Jahre Gefängnis für Mordversuch an Freund von Schwester

Das Bundesgericht in Lausanne (Archiv)

Das Bundesgericht in Lausanne (Archiv)

Für einen Mordversuch, der vor 13 Jahren begangen wurde, liegt nun ein rechtsgültiges Urteil vor. Das Luzerner Obergericht hat einen Kosovaren zu 13 Jahren und 8 Monaten verurteilt, weil er 1996 in Sursee einen Verwandten des Freundes seiner Schwester töten wollte.

Der heute 35 Jahre alte Mann hatte am Bahnhof Sursee zehn Mal mit einer Pistole auf den Bruder des Freundes seiner Schwester gefeuert. Er traf ihn neun Mal und verletzte ihn schwer.

Wie das Luzerner Obergericht mitteilte, figurierte der Schütze 1996 als temporäres Oberhaupt seiner Familie. Er verbot seiner 16-jährigen Schwester, einen Freund zu haben, doch diese hielt sich nicht daran. Der Angeklagte wollte deshalb ein Familienmitglied des Freundes für den Regelverstoss büssen lassen.

Nach der Tat flüchtete der Mann in den Kosovo, stellte sich aber drei Monate später in der Schweiz. 1997 floh er aus dem vorzeitigen Strafvollzug erneut in seine Heimat. 1998 wurde er vom Luzerner Kriminalgericht verurteilt.

Später hielt sich der Angeklagte erneut in der Schweiz auf. 2006 wurde er auf der Autobahnraststätte Gunzgen Süd festgenommen. Eine erneute Verurteilung durch das Luzerner Kriminalgericht im Jahr 2007 zog der Mann an das Obergericht weiter.

Dieses bestätigte weitgehend das Verdikt der Vorinstanz. Die Strafe ist teilweise eine Zusatzstrafe zu einem Urteil eines serbischen Gerichtes. Dieses hatte 2004 den Angeklagten ebenfalls wegen eines Tötungsdeliktes zu 4 Jahren und 4 Monaten verurteilt.

Das Bundesgericht wies im letzten Juli eine Beschwerde des Angeklagten gegen das Urteil des Obergerichtes ab. Es ist somit rechtskräftig.

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