Fasnacht: Wer keine Plakette trägt, wird bestraft

«Der Kauf einer Plakette ist Ehrensache»

«Der Kauf einer Plakette ist Ehrensache»

Auch im Fricktal ist man bereits im Vor-Fasnachtsrausch. Ein heisses Thema sind die «Blagedde». Im Fricktal gibt es unterschiedliche Methoden, die Fasnächtler zum Kauf von Plaketten zu bewegen

Besucher, die an der Fasnacht keine «Blagedde» tragen, müssen in Basel mit Strafen rechnen: Sie sind ein beliebtes Ziel für Konfetti-Attacken. Im Fricktal fallen die Strafen moderater aus.

Plaketten funktionieren ähnlich wie Kino-Tickets: Wer in Genuss der schönen Kostüme oder der träfen Schnitzelbank-Verse der Fasnachtsvereine kommen möchte, kauft im Vorverkauf oder vor Ort eines dieser Abzeichen. Je nach Modell steckt man sich die Plakette mit einer Nadel an die Jacke oder hängt sie sich an einer Schnur um den Hals.

Keine Mehlsuppe ohne Plakette

Einige Fasnachtsvereine im Fricktal finanzieren auf diese Weise ihre Umzüge. «Bei uns ist es Ehrensache, dass man an der Fasnacht mit einer Plakette unterwegs ist», sagt etwa die Rheinfelder Stadträtin Béa Bieber, die im Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden sitzt. Ohne Plakette hat man keinen Zutritt zum beliebten Rheinfelder «Schnitzelbankoobe».

Auch in Kaiseraugst gibt es eine kleine Strafe für Besucher, die ohne Plakette vom fasnächtlichen Treiben profitieren wollen: «Sie erhalten nach dem Umzug nichts von der Mehlsuppe, die auf dem Schulhausplatz verteilt wird», sagt Peter Schmid vom Fasnachtscomité Chaiseraugscht.

«Würden Besucher vergraulen»

Je weiter man sich von Basel entfernt, desto lockerer wird der Umgang mit Fasnächtlern, die eine Plakette verschmähen: «Wir würden die Besucher wohl vergraulen, wenn wir sie bestrafen würden», sagt Felix Klingele von der Laufenburger Narro-Altfischer-zunft. Auch an der Fasnacht in Kaisten gilt: Man freut sich, wenn jemand eine Plakette kauft, aber Strafen wie in Basel gibt es keine.

So unterschiedlich der Umgang mit zahlungsunwilligen Gästen ist, so unterschiedlich sind auch die restlichen Traditionen rund um die Plaketten: In Rheinfelden gibt es jedes Jahr einen Wettbewerb, bei dem Jung und Alt Entwürfe für das Plakettensujet einreichen können. Eine Jury bestimmt schliesslich, welches Sujet gewählt wird. In Kaisten, Laufenburg, Kaiseraugst und Möhlin gestalten hingegen seit einigen Jahren die gleichen Künstler die Plakettensujets.

In Kaiseraugst gibt es gar eine Sujet-Serie, die heuer neu gestartet wird: Innerhalb von 12 Jahren erscheinen die Plaketten als Puzzleteile, die sich zu einem Bild zusammensetzen lassen – eine Idee, die ebenfalls zum Kaufen und Sammeln anregen kann. (nem)

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