Farbe Orange dominiert am Roggengrat

Er ist kein gewöhnlicher Gastwirt. Für seine guten Ideen ist er weitherum bekannt, Roman Schumacher vom Roggengratbad. So verwundert es nicht, dass auch seinem ersten nationalen Fiat-Traktorentreffen mit 62 fein herausgeputzten Exemplaren ein voller Erfolg beschieden war.

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Solothurner Zeitung

Armin Leuenberger

Es war noch dunkel am Nelkenweg im basellandschaftlichen Bubendof, als Fiat-Freak Martin Utz am Samstagmorgen kurz vor halb fünf Uhr seinen Fiat 640, Jahrgang 1975, in die nächtliche Ruhe hinein startete. Gut drei Stunden später war er einer der Ersten, der seinen sechs Tonnen schweren Koloss auf dem Parkplatz oberhalb des Restaurants Roggengratbad, dort wo die Wyssachen entspringt, zum ersten nationalen Fiat-Traktorentreffen hinstellte. In der Folge parkten die Besitzer ihre meist original orangefarbenen Oldtimer rund um das «Bädli» in Reih und Glied. Am Schluss waren es ganze 62 Exemplare, eines schöner herausgeputzt als das andere.

Utz, der mit seinem «Liebling» auch erfolgreich für das Pulling-Team Morgental startet, hatte die anstrengende Fahrt in den Oberaargau - nach einer Operation an der Schulter - einbandagiert angetreten. «Das war schon eine harte Sache», meinte der Maschinist nach der gelungenen Reise.

Eine verrückte Idee

Bereits im letzten Jahr hat ein Wyssacher, der selber Besitzer von zwei Fiat-Traktoren ist, bei «Bädli»-Wirt Roman Schumacher den Gedanken in die Runde geworfen, man könnte doch ... «Es war eigentlich schon eine verrückte Idee von mir, auf den Vorschlag einzutreten und zuhinterst im Tal der Wyssachen ein Treffen von Fiat-Traktoren auf die Beine zu stellen», lachte der ehemalige Geschäftsführer der SCL-Tigers am Samstagmittag, als diese Zeitung ihm eröffnete, dass genau 62 Traktoren auf seinem Areal zum Stelldichein aufgefahren seien. «Ich habe höchstens mit 40 Stück gerechnet», verriet Schumacher und sagte stolz: «Es hat Leute ‹wie gstört›. Sogar aus dem Thurgau und dem Zürcher Unterland sind Leute angereist.» Aus der näheren Umgebung waren Vereinsmitglieder der «Freunde alter Landmaschinen Oberaargau Falo», gut vertreten. Die Brüder Werner und Hans Schürch aus Röthenbach bei Herzogenbuchsee besitzen 20 Fiat- und Bucher-Traktoren, welche sie alle selber restauriert haben. Sie nutzten die Gelegenheit und verbanden das Ausstellen ihrer beiden Fiat 251 R und 513 R mit Werbung in eigener Sache: In einer Woche führen sie in Röthenbach das «Hoschtet Fest» durch.

«Ich stelle mich vor»

Unter den prächtig herausgeputzten Traktor-Oldies stach mit dem Kontrollschild BE 13 79 ein Fiat 251R aus der Masse heraus. Er gehört dem Landwirt Peter Röthlisberger aus Bowil im oberen Emmental. Das Exemplar sei eine Rarität, in der Schweiz gebe es nur noch ganz wenige davon. Mit Jahrgang 1965 ist der Oldtimer, den Röthlisberger vor zwei Jahren aus einem Schuppen auf der Moosegg herausgeholt hat, nur gerade ein Jahr jünger als sein Besitzer. So exakt und mit viel Liebe wie er den 251 R in den beiden letzten Jahren restauriert hat, so präsentierte Röthlisberger sein Prunkstück den Besuchern: «Ich stelle mich vor», stand auf einem schmucken, kleinen, auf dem PC sauber mit Foto erstellten Plakat. Zu lesen waren neben den technischen Angaben auch noch Besonderheiten wie die «zuschaltbare Hinterradlenkung».

Mit Sonnenblumen geschmückt

Orange ist der Originalfarbton von Fiat im Traktorbereich, goldgelb die Farbe der Sonnenblumen, welche auf vielen der ausgestellten Traktoren als Blumenschmuck zu sehen waren. Eine Ausnahme machte im «Bädli» der blaue Fiat-Autotraktor von Gerd Moser aus dem basellandschaftlichen Ziefen. Mit Jahrgang 1924 war der Fiat-Autotraktor Typ 101 das älteste Modell am Treffen. Der gelernte Bäcker-Konditor, der eine ganze Reihe weiterer Raritäten verschiedenster Marken besitzt, hat alle Traktoren selber restauriert. Eine Augenweide war auch der Fiat 18, Jahrgang 1957, des Luzerners Alois Peter aus Luthernbad, der seit drei Jahren im Besitze dieses Unikats ist.

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