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«Fans» attackieren FCB-Trainer

Nach dem Spitzenkampf kam es am Sonntagabend zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei. Frustrierte FCZ-Hooligans haben gar FCB-Trainer Christian Gross im Tram angegriffen, getreten und angespuckt.

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FCZ-Chaoten

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Keystone

Etienne Wuillemin

Als Christian Gross kurz nach 19 Uhr die Heimfahrt in einem Zürcher Tram in Angriff nahm, gesellten sich FCZ-Fans zu ihm und gratulierten zur Leistung des FCB. Kurz darauf stürmten FCZ-Hooligans das Tram und traktierten den Zürcher in Basler Diensten mit Tritten, bewarfen ihn mit PET-Flaschen und spuckten ihn an. Die Lage beruhigte sich erst, als friedliche FCZ-Fans den Basler-Trainer zu verteidigen begannen. Gross hatte das Lachen auch nach dem Vorfall nicht verloren und plauderte mit den Fans munter weiter. FCB-Medienchef Josef Zindel bestätigte gegenüber der MZ, dass Gross gestern nach dem Match noch für einen privaten Anlass unterwegs war und nicht mit dem Mannschaftsbus nach Basel gefahren ist.

Wasserwerfer und Tränengas

Von der 3:1-Niederlage ihrer Mannschaft offenbar frustrierte FCZ-Fans versuchten gleich nach Spielschluss gegen 18.00 Uhr den zum Bahnhof Zürich Altstetten gehenden FCB-Fans zu folgen, wurden zunächst aber von starken Polizeikräften mit Wasserwerfern an der Verfolgung der Basler gehindert. Ein erster Extrazug nach Basel konnte laut Auskunft von SBB-Sprecher Reto Kormann pünktlich um 18.45 Uhr abfahren.

Der zweite Extrazug, dessen Abfahrt für 18.56 Uhr geplant war, wurde aber zunächst von FCZ-Fans blockiert und laut Kormann mit Steinen beworfen. Laut Polizeimitteilung eskalierte danach die Lage. Bereits in den Zug eingestiegene Basler Fans stiegen wieder aus und hielten sich auf den Gleisanlagen auf. Die Polizei konnte die direkte Konfrontation der beiden Lager vorerst verhindern, geriet dabei aber zwischen die Fronten.

S-Bahn-Züge fielen aus

Im S-Bahn-Netz mussten Züge vorzeitig gewendet werden oder fielen aus. Nachdem der zweite Extrazug mit mehr als einstündiger Verspätung kurz nach 20.00 Uhr abfahren konnte, beruhigte sich die Lage zusehends, wie die Stadtpolizei mitteilte. Einen Einfluss dürften auch kräftige Regenschauer gehabt haben.

Bis am späteren Sonntagabend nahm die Stadtpolizei Zürich 14 Personen fest, darunter vier Jugendliche. Angaben zur Identität lagen noch nicht vor. 15 Personen, darunter sieben Polizisten, wurden leicht verletzt.

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