Familiendrama fordert zwei Tote

Tatort Im Einschlag-Quartier an der Ecke Diebold-Schilling-Strasse, Aristonstrasse erschoss ein 57-Jähriger seine Frau und danach sich selbst. (Oliver Menge)

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Tatort Im Einschlag-Quartier an der Ecke Diebold-Schilling-Strasse, Aristonstrasse erschoss ein 57-Jähriger seine Frau und danach sich selbst. (Oliver Menge)

Fünf Schüsse am frühen morgen um 5.45 Uhr vor dem Schulhaus «Einschlag» in Bettlach, zwei Tote: Die Nachbarschaft ist schockiert. Die Gewalttaten scheinen im Kanton Solothurn kein Ende zu nehmen.

Thaïs In der Smitten

Es ist Montagmorgen, das Einschlag-Quartier in Bettlach scheint ganz ruhig. Doch die Polizei hat ein grosses Areal an der Ecke Diebold-Schilling-Strasse, Aristonstrasse abgesperrt. Hinter einer Plastikplane sieht man zwei weisse Zelte hervorragen. Darunter liegen ein Mann und eine Frau, beide tot.

Ein Familiendrama hat sich am frühen morgen um 5.45 Uhr hier abgespielt. Von Schreien wird berichtet: Die Frau, die wohl vor dem Mann zu fliehen versuchte. Dann vier oder fünf Schüsse, erzählen die Nachbarn. Schüsse, die viele Anwohner aus dem Schlaf aufschrecken liessen.

Fest steht laut Kantonspolizei Solothurn, dass ein 57-Jähriger seine 47-jährige von ihm getrennt lebende Ehefrau einem Streit erschossen hat und sich danach selbst richtete. Die Rettungskräfte, die nur wenige Minuten nach dem dramatischen Ereignis eintrafen, konnten nur noch den Tod der zwei Personen feststellen. Sie fanden die Toten unter dem Velounterstand des Schulhauses «Einschlag». Die Polizei war von mehreren Nachbarn alarmiert worden, die das Geschrei und den Streit mitbekommen hatten.

Ehemann bedrohte Frau massiv

Die beiden Toten waren Schweizer Bürger, heisst es in der Medienmitteilung der Kantonspolizei Solothurn. Der Ehemann habe in Grenchen gewohnt, die Ehefrau ist hingegen, gemäss Newsportal Grenchen.net vor einem Jahr mit ihren drei Kindern an die Diebold-Schilling-Strasse nach Bettlach gezogen. Der Ehemann soll seine Frau mehrmals massiv bedroht haben.

Waffe war keine Militärwaffe

Die Polizei hat am Tatort eine Faustfeuerwaffe gefunden, deren Kaliber nach einer ersten Beurteilung mit dem bei der Tat verwendeten Kaliber entspricht. Die Waffe war keine Militärwaffe, wie Mediensprecher Urs Eggenschwiler sagt. Die Hintergründe und das Tatmotiv seien noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft.

Laut Aussagen von Nachbarn war bei dem Streit noch eine dritte Person zu gegen. Der Sohn oder der Freund der Frau? Die Polizei klärt auch diesen Aspekt ab. Bei ihrem Eintreffen sei jedoch keine dritte Person vor Ort gewesen, sagte Mediensprecher Eggenschwiler gegenüber dieser Zeitung.

Die Bewohner und Bewohnerinnen des Einschlag-Quartier sind alle sichtlich schockiert. «Gestern ein Brand, heute eine Schiesserei mit zwei Toten und was passiert morgen?», siniert ein junger Mann laut. Auch eine junge Frau, die mit ihrem kleinen Kind etwas weiter oben an der Aristonstrasse wohnt, ist sehr verunsichert: «Sowas gibt mir zu denken», sagt sie. «Gewaltverbrechen kommen immer näher: zuerst der Mord in Grenchen, und jetzt eine Schiesserei gleich um die Ecke. Ich habe mir heute Morgen zweimal überlegt, ob ich mit meiner Tochter in den Garten hinaus sollte.»

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