Falscher Kontrolleur nimmt Leichtgläubige aus

In Oberengstringen versucht sich ein Trickbetrüger, Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Mit dem Vorwand im Auftrag der Gemeinde den Einbruchschutz in der Wohnung zu kontrollieren, gelang es einem Unbekannten rund 20000Franken zu erbeuten. Die Polizei rät dazu, in solchen Fällen immer einen Ausweis zu verlangen.

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Als falscher Kontrolleur unterwegs

Als falscher Kontrolleur unterwegs

Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Unerwünschter Besuch – in Oberengstringen hat sich am Montagmittag ein Trickbetrüger durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Zutritt zu mehreren Wohnungen verschafft. In einem Fall erbeutete er Schmuck und Bargeld im Wert von rund 20000Franken, wie die Kantonspolizei mitteilt.

Der Dieb ging bei seinen Betrugsversuchen immer gleich vor. Er läutete jeweils an Wohnungstüren. Wurde ihm geöffnet, stellte er sich als Gemeindeangestellten vor mit dem Auftrag, Fenster und Türen auf Einbruchschutz zu kontrollieren. «In drei uns bekannten Fällen wurde dem Fremden Einlass gewährt», erklärt Martin Sorg vom Mediendienst der Kantonspolizei. Im Verlauf der angeblichen Kontrolle habe der Trickbetrüger das Gespräch auf
die in der Wohnung deponierten Wertsachen fokussiert. In einem Fall sei es ihm gelungen, unbemerkt Schmuck und Bargeld zu entwenden. «Die Wertsachen waren in einem Tresor verstaut. Die geschädigte Person öffnete den Geldschrank, und als sie abgelenkt war, entwendete der Dieb den Schmuck und das Geld», so Sorg.

«Man muss misstrauisch sein»

Bislang ist über den Betrüger noch wenig bekannt. «Wir gehen davon aus, dass es eine Einzelperson ist. Laut übereinstimmenden Aussagen handelt es sich um einen Mann, der um die 40Jahre alt ist und Zürcher Dialekt spricht», hält Sorg fest. Zudem habe er bislang immer ältere alleinstehende Personen aufgesucht. Ob das ein Zufall oder Strategie sei, wisse man nicht.

Um sich vor solchen Betrügern zu schützen, rät die Kantonspolizei dazu, in jedem Fall einen Ausweis zu verlangen. «In solchen Fällen muss man misstrauisch sein. Man kann auch einen Nachbarn dazuholen», erklärt Sorg. In den meisten Fällen würden die Betrüger bei der Aufforderung einen Ausweis zu zeigen, ihren Versuch abbrechen.

Um ganz sicher zu sein, könne man auch die Gemeindeverwaltung kontaktieren, um herauszufinden, ob tatsächlich jemand in ihrem Auftrag unterwegs ist. «Wenn die Gemeinde jemanden beauftragt, Kontrollen im Dorf durchzuführen, dann wird die Bevölkerung im Vorfeld informiert. Das ist bei den Betrugsversuchen nicht der Fall», sagt Sorg. Bei begründeten Verdachtsmomenten sei zudem die Kantonspolizei zu informieren.