Nach Verkehrsunfall

Fall Paul P.: Ärzte nach Todesfahrt nicht angeklagt

Der tödliche Verkehrsunfall in Brugg AG 2005 sorgte schweizweit für grosses Aufsehen. Ein demenzkranker und auf einem Auge blinder 82-jähriger Rentner fuhr eine 15-jährige Schülerin zu Tode. Nun hat die Aargauer Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen seine Ärzte eingestellt.

Die Ärzte hätten zwar das Recht gehabt, seien aber nicht verpflichtet gewesen, dem Strassenverkehrsamt Meldung über den Gesundheitszustand des damals 82-Jährigen zu erstatten, begründete die Aargauer Staatsanwaltschaft die Einstellung der Verfahren.

Die Augenärztin und der Hausarzt hätten somit ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt, sagte die zuständige Staatsanwältin Barbara Loppacher auf Anfrage. In den Untersuchungen war den Ärzten fahrlässige Tötung vorgeworfen worden.

Zum gleichen Schluss kam die Staatsanwaltschaft bei drei Angestellten des Strassenverkehrsamtes. Die Kontrollen von über 70-jährigen Autofahrern durch das Aargauer Strassenverkehrsamt habe der Praxis anderer Kantone entsprochen, so die Staatsanwaltschaft.

Eine weitere Angestellte des Strassenverkehrsamtes muss sich jedoch vor Gericht verantworten. Zu den konkreten Vorwürfen machte Staatsanwältin Loppacher keine Angaben. Der Unfallverursacher war im Januar 2008 im Alter von 84 Jahren gestorben.

Wegen Schuldunfähigkeit war die Strafuntersuchung 2006 eingestellt worden. Angehörige erreichten jedoch mit Beschwerden bis vor Bundesgericht, dass der Fall neu aufgerollt werden musste. Sie können auch die Einstellungen anfechten. Allerdings drängt die Zeit: Die Vorwürfe verjähren im kommenden März.

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