Fall Nicky Hoheisen kommt vor Bundesgericht
Fall Nicky Hoheisel kommt vor Bundesgericht

Der Verteidiger des Angeklagten im Fall Nicky Hoheisel akzeptiert das Urteil des Aargauer Obergerichts nicht. Er zieht den Fall vor Bundesgericht. Die Täterschaft des Mandanten sei nicht klar erwiesen, begründet er das Vorgehen.

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Nicky Hoheisel

Nicky Hoheisel

Michael Spillmann

Neuigkeiten im Fall Nicky Hoheisel, der im Juli 2007 nach einer Schlägerei vor dem Aarauer Lokal «Kettenbrücke» ins Koma gefallen und später im Spital gestorben war: Der Verteidiger des Hauptangeklagten - der heute 23-jährige Marcel M. - zieht den Fall vor Bundesgericht. Er habe den Entscheid zusammen mit seinem Mandanten gefällt, nachdem er das schriftliche Urteil des Aargauer Obergerichts erhalten hatte, sagte der Solothurner Rechtsanwalt Konrad Jeker auf Anfrage der «Aargauer Zeitung».

Das Obergericht hatte den 23-Jährigen Ende Juni im Zusammenhang mit der Schlägerei wegen fahrlässiger Tötung, schwerer Körperverletzung und Raufhandels zu einer unbedingten vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Oberrichter folgten dabei weitgehend dem erstinstanzlichen Urteil des Bezirksgerichts Aarau. Sie reduzierten die Strafe aber um ein Jahr, weil sie das Verschulden weniger schwer taxierten.

Das Aarauer Bezirksgericht hatte den jungen Mann im Oktober 2009 in den gleichen Punkten zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. In zweiter Instanz - vor Obergericht - forderte Verteidiger Konrad Jeker eine Neubeurteilung durch das Bezirksgericht - in neuer Besetzung. Wie der Rechtsanwalt betonte, seien die Beweggründe für die Beschwerde vor Bundesgericht jene, die er bereits vor Gericht präsentierte: «Die Täterschaft meines Mandanten ist nicht klar bewiesen. Zudem ist es entgegen der gerichtsmedizinischen Gutachten nicht bewiesen, dass ein Faustschlag die Todesursache war.»

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