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Fake-Accounts: So treiben Spassvögel auf Twitter ihr Unwesen

Prominente, Politiker und ein Atomkraftwerk – sie alle haben ein Twitter-Profil. Diese sind mit Vorsicht zu geniessen: Nicht immer sind sie echt. Eine Auswahl vom jüngsten Opfer Magdalena Martullo-Blocher über Maximilian Reimann – bis hin zu Gott.

Stefanie Suter
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Die falsche Queen Elizabeth gibt auf Twitter gerne Ratschläge an andere Prominente. (Symbolbild)

Die falsche Queen Elizabeth gibt auf Twitter gerne Ratschläge an andere Prominente. (Symbolbild)

SDA

Jüngstes Beispiel: das Fake-Profil von Magdalena Martullo-Blocher, der Ems-Chefin und Tochter des SVP-Patriarchen Christoph Blocher. Über 1100 Follower hat ihr Account mit dem Namen «@MartulloBlocher» bereits. Die Schweizerdeutsch angehauchten Tweets auf Englisch erheitern die Twitterwelt: «the swiss is small. it can simple not everyone come that wants. with place it is so: it has as long it has.» SVP-Präsident Toni Brunner fragte sie: «are you already in fast hands». Oder:

Ueli Maurer hat seit 2012 ein Fake-Profil. Knapp 1400 User folgen «@uelimaurer». Markenzeichen: In jedem Tweet schreibt er «de Christoph häd gseit» – eine Anspielung auf Martullo-Blochers Vater:

Gar nicht lustig fand es SVP-Nationalrat Maximilian Reimann im April, als Itamar Piller von den Jungen Grünen in seinem Namen twittert. Fast einen Tag lang existierte das gefälschte Profil «@MaxReimann42». Reimann wollte die seiner Meinung nach zum Teil «dümmlichen Aussagen» nicht auf sich sitzen lassen. Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) liess das Profil auf Twitter löschen.

Reimann Fake-Account Twitter
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Maximilian Reimann weist auf seinem Facebook-Accout auf den Fake-Account hin
Maximilian Reimann.

Reimann Fake-Account Twitter

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2014 mischte sich der Nutzer «CdA_Blattmann» als Armeechef André Blattmann in den Gripen-Abstimmungskampf ein. Er schrieb: «Retweet, wenn Sie am 18. Mai Ja zum Gripen stimmen! Unter allen Retweets verlosen wir einen Flug im Gripen!» Der Account existiert unterdessen nicht mehr.

Auch in anderen Ländern tummeln sich Spassvögel, die sich als Prominente ausgeben. Seit 2009 twittert zum Beispiel der falsche Harald Schmidt.

Dass es sich dabei um einen Fake-Account handelt, ist noch nicht allen klar:

Die deutsche Bundeskanzlerin oder «Die Bundesangie – Das Original», wie es auf dem Profil heisst, zeigt sich von ihrer dichterischen Seite:

Eine falsche Queen Elizabeth treibt als «@Queen_UK» ihr Unwesen. 1,26 Millionen User folgen ihr. Ihre Tweets zeichnen sich durch die nicht ganz jugendfreie Sprache aus:

Sie gibt auch gerne Tipps an andere Prominente:

Ihr Sohn Prinz Charles schafft es mit seinem Fake-Profil «Charles_HRH» auf etwas mehr als 400'000 Followern.

Sogar von ganz oben wird getwittert. Gott erreicht seit 2007 165'000 User.

Das AKW Mühleberg twittert munter in die Welt hinaus:

Oder:

Und zum Schluss noch das Profil von Papst Franziskus, einem fleissigen Twitterer. Diesmal in echt, von Twitter überprüft. Seine Heiligkeit herrscht unter dem Namen «@Pontifex» über neun Profile – in Englisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch, Latein, Arabisch, Polnisch, Portugiesisch und Französisch.

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