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Facebook-Entzug: «Wie in einer Sekte»

«Facebookless: Mein Monat ohne Facebook» heisst eine Studie, die in der Schweiz erschienen ist. Am Experiment nahmen Leute teil, die sich mindestens ein- bis dreimal täglich bei Facebook anmelden. Sie wurden während eines Monats auf Entzug gesetzt. Mit zum Teil heftigen Ergebnissen.

Viele Teilnehmer berichteten von Verlustgefühlen. Eine junge Frau fühlte sich gar «wie ein kleines Kind, dessen Mutter gestorben ist». Dies, sei gemäss Dominik Orth, Sozial- und Wirtschaftspsychologe, ein Grenzfall. Temporär sei der Verzicht für die meisten kein Drama gewesen. Nur längerfristig war der Verzicht für keinen der User eine Option.

Anfangs verspürten die Leute einen inneren Druck, sich trotz Verbot bei Facebook anzumelden. «Wie eine Sucht», «wie eine Sekte», schrieben sie.

Nach ihrer einmonatigen Facebook-Pause beurteilten die meisten Probanden ihre frühere Dauerpräsenz kritisch. Sie hätten zu viel Quatsch gelesen und geschrieben. «Mir wurde bewusst, dass sich auf Facebook eigentlich 90 Prozent Unwichtiges, Oberflächliches und nicht wirklich Interessantes abspielt», schrieb ein 31-Jähriger.

Durchgeführt wurde das Experiment von der Werbeagentur Rod Kommunikation. 50 Personen zwischen 17 und 52 Jahren nahmen daran teil. Der Sozial- und Wirtschaftspsychologe Dominik Orth hat die Studie zusammen mit der Agentur konzipiert. Der «Süddeutschen» sagte er, dass er zwar starke Reaktionen erwartet habe, ihn die Art, in der manche «heavy user» auf den Entzug reagierten, selbst ihn überrascht habe.

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