Fabienne sorgt für Spannung

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

Jörg Meier

Manchmal bringt das Schweizer Fernsehen schon tolle Sendungen.
Zum Beispiel war da der Riesenslalom der Frauen in Lienz (Österreich).
Eine Direktübertragung, morgens ab 10.10 Uhr. Also, da sah man, wie schätzungsweise 70 Frauen nacheinander den gleichen Hang hinunterfuhren. Das Einzige, was sie voneinander unterschied, waren die Startnummern und die Farben der Skianzüge. Lustig war, dass sie auch fast alle gleich schnell waren. Das war wirklich interessant.

Dazu gab es auch noch ein bisschen Nervenkitzel: Eine Amerikanerin fuhr den ganzen Riesenslalom mit nur einem Stock, und auch sie war nicht viel langsamer. Und Lindsey Vonn stürzte ziemlich heftig. Da konnte man dann etwa siebenmal in der Verlangsamung sehen, wie sie sich den Arm brach. So wurde auch dem Letzten klar, warum sie das Rennen aufgeben musste.

Es war ein schöner Morgen, trotzdem hatte es nur wenig Zuschauer in Lienz; wahrscheinlich sassen alle zu Hause vor dem Fernseher.

Denn das hat sich gelohnt. Vor allem auch dank dem Schweizer Kommentator. Und dank Fabienne Suter. Denn nach der nicht sonderlich guten Fahrt von Fabienne gab es für den wackeren Kommentator nur noch ein einziges Thema: Schafft es Fabienne unter die besten 30 des ersten Laufes? Denn nur dann darf sie zum zweiten Lauf (Beginn 13.10 Uhr, live im Schweizer Fernsehen) starten. So stieg die Spannung schier ins Unermessliche. Und jede Fahrerin, die noch langsamer war als Fabienne oder gar ausschied, wurde bejubelt; ja, ja, so könnte es doch unserer Fabienne tatsächlich doch noch reichen. Als bald 50 Fahrerinnen unten waren und Fabienne bedrohlich gegen Rang 30 rutschte, da war es kaum mehr auszuhalten. Dann die Erlösung: Sie hat es geschafft, darf als 25. doch noch zum zweiten Lauf antreten. Die Erleichterung war riesig und die Vorfreude auf den zweiten Lauf enorm.

joerg.meier@azag.ch

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