Explosion in Safenwil: Spezialisten entsorgen Gasflaschen

Heute beginnen im völlig zerstörten Gasflaschendepot der Firma Jäggi AG die Aufräumarbeiten. Eine spezialisierte Firma wird die noch vollen Gasflaschen entsorgen. Der Safenwiler Gemeinderat informierte die Dorfbevölkerung gestern über die Geschehnisse.

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Michael Spillmann

Auch drei Tage nach dem verheerenden Brand in einem Gasflaschendepot in Safenwil ist die Verunsicherung in der Bevölkerung gross. «Es haben sich zahlreiche Personen bei uns gemeldet und gefragt, wie es nun weitergehe», erklärte Gemeinderat Daniel Zünd an einer Medienkonferenz. So habe es auch Kritik gegeben, was ein solches Depot mitten im Dorf zu suchen habe.

«Verständlich, es ist eine emotionale Diskussion», so Daniel Zünd, «doch das Depot war bewilligt und die Sicherheitsvorschriften waren definiert.» Gestern Abend haben der Gemeinderat und die Feuerwehr die Dorfbevölkerung an einer Versammlung über die Geschehnisse und die geplanten Aufräumarbeiten informiert. Noch immer unklar ist hingegen, warum am Samstag das Feuer überhaupt ausgebrochen ist.

Gestern waren die Brandermittler der Polizei in der Ruine beschäftigt. Heute beginnen die aufwändigen Aufräumarbeiten. Das Firmengelände der betroffenen H. Jäggi AG ist noch immer von der Feuerwehr abgesperrt und überwacht. Eine spezialiserte Entsorgungsfirma macht sich nun daran, die noch vollen Gasflaschen zu finden und aus dem völlig zerstörten Depot zu bergen.

Regionales Führungsorgan aufgeboten

Für die Bewältigung des Grosseinsatzes hat die Gemeinde Safenwil Hilfe beim Regionalen Führungsorgan Uerkental beantragt. Zudem steht der Zivilschutz auf Abruf bereit. Wie Gemeinderat Daniel Zünd erklärte, sollen die Aufräumarbeiten bis Donnerstag abgeschlossen sein. Immer wieder nähern sich Schaulustige dem Brandplatz - auch Tage nach dem Feuer.

Doch Niklaus Vonder Mühll, Kommandant der Feuerwehr Safenwil, hat seine Männer gut instruiert - es gibt kein Vorbeikommen. «Dieser Einsatz war einmalig», meinte er, der am Samstag als einer der Ersten vor Ort eintraf. Kein Wunder: Den Feuerwehrmännern bot sich ein apokalyptisches Bild. Gegen 300 Gasflaschen explodierten in den Flammen und flogen teilweise bis zu 500 Meter weit durch die Luft.

«Gasflaschen waren unberechenbar»

Mehrere Häuser wurden von den heissen und messerscharfen Geschossen getroffen. Trümmerteile landeten sogar auf der Autobahn. Dass es keine Verletzten gab, grenzt an ein Wunder. Doch der Einsatz war auch für die Feuerwehr heikel. Vonder Mühll: «Die Gasflaschen waren unberechenbar.» Eine Gebäudeseite der Firma Ribag auf der anderen Seite der Bahnlinie wurde fast komplett zerstört. Gestern flickten Arbeiter das beschädigte Dach.

«Unser wichtiges Ziel war es, die Bewohner der nahen Häuser rasch zu evakuieren», so der Feuerwehrkommandant. Der grosse Einsatz der Einsatzkräfte wird im Dorf geschätzt. Auf der Internetplattform Facebook gibt es bereits eine Gruppe «Gasexplosion Safenwil 28. November 2009 - Wir danken den Helfern».