Pik Lenin

Expedition gegen Höhenkrankheit

Andreas Rüegger ist oft in den Bergen unterwegs. Im letzten Sommer war er auf dem Weg zur Zofinger SAC-Hütte «Lauteraar». (Bild: zvg)

Andreas Rüegger

Andreas Rüegger ist oft in den Bergen unterwegs. Im letzten Sommer war er auf dem Weg zur Zofinger SAC-Hütte «Lauteraar». (Bild: zvg)

Der Pik Lenin in Kirgistan wird im Sommer zu einem grossen Freiluftlabor. Andreas Rüegger ist Teil der Expedition, die weitere Rätsel rund um die gefürchtete Höhenkrankheit lösen will.

Philipp Muntwiler

Pik Lenin - Ein Berg, benannt nach dem Anführer der russischen Oktoberrevolution von 1917. Expeditionsteilnehmer Andreas Rüegger aus Zofingen gibt zu, dass der Name allein bereits eine gewisse Faszination auf ihn ausübe. «Ich wusste, dass es im Pamir einen Pik Lenin gibt. Aber ich hätte nie gedacht, einmal die Möglichkeit zu erhalten, auf diesen Berg zu steigen.»

Im Juli bietet sich ihm diese Gelegenheit. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition, die sich der Erforschung der gefürchteten Höhenkrankheit verschrieben hat. Rüegger hat im November von dieser Expedition gelesen. Ihn reizte die Herausforderung. Er überlegte hin und her.

Seine Frau hat ihm die Entscheidung schliesslich erleichtert und ihn zur Teilnahme ermuntert. Rüegger besorgte sich Karten der Region um den Pik Lenin. Zur Annäherung an den Berg, wie er sagt. Auch eine alte sowjetische Militärkarte mit kyrillischen Schriftzeichen gehört zu seinen Errungenschaften. Diese Buchstaben habe er zwar nie lesen gelernt, sagt der 40-jährige Jurist. «Aber wenn ich die Zeichen mit denen auf anderen Karten vergleiche, habe ich doch das eine oder andere Erfolgserlebnis.»

Und auf diesen Karten gibt es Ungewöhnliches zu entdecken: Berggipfel tragen Namen wie Pik Revolution, Pik Kommunismus oder Pik des XIX. Parteitages der KPdSU. Sind an diesem Ort die Sowjetunion und der Kommunismus etwa noch nicht Geschichte?

Doch, denn einige Berge tragen heute andere Namen, aber in Bergsteigerkreisen seien noch die alten Namen gebräuchlich, sagt Rüegger. So weiss er vom Pik Lenin, dass dieser auch unter dem Namen Pik Kaufmann bekannt sei.

Der Pik Lenin gehört zu den technisch weniger schwierigen 7000er Zentralasiens, das weiss Rüegger. Was man hier braucht, sind gute Gesundheit und Grundkondition.

Deshalb werden die Expeditionsteilnehmer am 9. Mai im Kantonsspital Aarau gründlich unter die Lupe genommen. «Wenn ich den Gesundheitscheck nicht bestehe, ist es vorbei mit der Expedition.» Rüegger ist jedoch zuversichtlich. Joggen, Velo fahren und Telemark-Skitouren mit seinem Vater zählen zu seinen Hobbys. 2002 hat er sogar den Powerman in Zofingen absolviert.

Denselben Trainingsaufwand wie für diesen Duathlon kann er heute nicht mehr betreiben. Aber trotzdem: Mindestens dreimal pro Woche sind längere Läufe angesagt. «Und es motiviert zusätzlich, wenn ich merke, dass ich diesen oder jenen Punkt zwei oder drei Minuten früher erreiche.»

Die Leidenschaft für die Berge hat Rüegger von seinem Vater geerbt, mit dem er regelmässig auf Skitouren geht. «Er beweist mir auch, dass das Alter im Bergsport keine Rolle spielt. Es geht vielleicht etwas langsamer und bedächtiger, dafür ausdauernder vorwärts.»

Rüegger freut sich auf die Expedition, obwohl er dann drei Wochen von seiner Familie getrennt sein wird. «Wir führen ein Tagebuch auf dem Internet. So kann ich hin und wieder eine Nachricht hinterlassen.»

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