Wasserbüffel in Unterlunkhofen und Rottenschwil
Exoten bewirtschaften das Flachseeufer

Der Flachsee in Unterlunkhofen und Rottenschwil wird um eine Attraktion reicher. Der Kanton will das Schilf- und Rietgebiet am Flachsee nicht mehr mähen und beweidet das Gebiet in diesem Sommer mit Wasserbüffeln.

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Aargauer Zeitung

Dino Nodari

Im Moment laufen die Vorbereitungen und bereits in der nächsten Woche könnten etwa sieben Wasserbüffel an der Reuss weiden. Am südlichen Ende des Flachsees zäunt die Creanatira, eine Tochtergesellschaft von Pro Natura, Flächen ein. Wie lange die Wasserbüffel in Rottenschwil und Unterlunkhofen bleiben, ist noch unklar. «Es ist schwierig einzuschätzen, wie viel Futter es für die Büffel auf der Weide gibt», erklärt Christoph Flory von Creanatira. Die Tiere kommen vom Bauernbetrieb von Beat Küng in Muri, wo sie derzeit in Pension sind.

Gegen die Verlandung

In den letzten Jahren ist der Flachsee immer mehr verlandet. Insbesondere die grösseren Hochwasser haben stark zu dieser Verlandung und zur Entstehung von so genannten Schlickflächen beigetragen. Damit diese Flächen nicht verbuschen und verwalden, wurden sie in den vergangenen Jahren vom Kanton gemäht. Würde dies nicht gemacht, entstünde ein Wald aus Weiden und Erlen am Ufer der Reuss. Diese Entwicklung würde den Wert des Flachsees für die Vogelwelt stark vermindern. «Allerdings sind die Flächen im sumpfigen Gelände am Reussufer nur schwer zu mähen», sagt Christoph Flory. Die Verwertung des Schnittguts sei auch problematisch.

Im Einsatz gegen Bäume und Sträucher versucht es der Kanton deshalb in diesem Sommer mit Wasserbüffeln. Obschon die Tiere in der Region in Pension sind, möchte der Kanton die Bauern im Kelleramt animieren, sich für solches Futter geeignete Rinderrassen anzuschaffen und damit die Uferlandschaften zu bewirtschaften.

«Traditionelle Bewirtschaftung»

«Die Wasserbüffel sind friedliche Tiere, auch wenn sie exotisch aussehen», ist Christoph Flory überzeugt. Zudem handle es sich dabei um eine traditionelle Methode der Bewirtschaftung. Die Wasserbüffel haben in Mitteleuropa eine 2000-jährige Geschichte. «Sie werden bei uns schon länger als Nutztiere gebraucht.» Schön sei für Flory auch, dass es aus diesem Projekt ein Produkt gäbe. Aus der Milch der Wasserbüffel wird Mozarella und Joghurt hergestellt, die in Bioläden gekauft werden können.

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