Exhibitionist

Exhibitionist muss sich Therapie unterziehen

Ein 31-jähriger Schweizer hat an der Limmat vor drei Frauen und einem zehnjährigen Mädchen onaniert. Nun soll der Täter die nächsten Jahre in einer begleiteten Wohngemeinschaft verbringen und Tomaten pflücken. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon verurteilt.

Attila Szenogrady

Tatort Limmatuferweg: Am 22.Dezember 2008 wurde eine heute 38-jährige Frau von einem ihr unbekannten Mann massiv belästigt. Der heute 31-jährige Schweizer stellte sich vor ihr auf und massierte seinen entblössten Penis. Wenige Wochen später, am 21.Januar 2009, kam es an gleicher Stelle zum zweiten Vorfall. Erneut baute sich der Täter vor einer heute 40-jährigen Passantin auf und begann zu onanieren.

Besonders schlimm war dann der Fall vom 23.April. Diesmal belästigte der Exhibitionist nicht nur eine 44-jährige Mutter, sondern auch deren 10-jährige Tochter, die ebenfalls Zeugin des abstossenden Rituals wurde.

Schon einschlägig vorbestraft

Gestern Dienstag musste sich der Mann, der schon seit Jahren an einer erheblichen Persönlichkeitsstörung sowie Epilepsie leidet, vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Wegen mehrfachen Exhibitionismus sowie sexuellen Handlungen mit Kindern drohte ihm eine teilbedingte Geldstrafe von 180Tagessätzen zu 30Franken. Die Hälfte davon sollte der schon einschlägig vorbestrafte Sextäter bezahlen.

Der Strafprozess hatte eigentlich keine grosse Bedeutung mehr. So hat der umfassend geständige Angeklagte schon im letzten Oktober aus freien Stücken eine Therapie im Rahmen eines betreuten Wohnheimes angetreten. Er arbeite dort auf seinem Beruf als Gärtner und pflücke vor allem Tomaten, gab er zu Protokoll.

Strafe wurde teilweise gesenkt

Die Verteidigung setzte sich für eine milde Strafe ein und erreichte teilweise ihr Ziel. So sah das Gericht den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern als nicht erwiesen an. So habe die Tathandlung des Beschuldigten auf die Mutter abgezielt, sagte die Gerichtsvorsitzende. Ein direkter Vorsatz zulasten des Mädchens sei dagegen nicht erwiesen. Die Strafe für die exhibitionistischen Vergehen wurde damit auf noch 140 Tagessätze zu 30 Franken gesenkt, die Hälfte davon unbedingt.

Da der Mann im letzten Sommer 131Tage in der Untersuchungshaft verbracht hatte, wird er aber kaum mehr etwas bezahlen müssen. Das Gericht erteilt ihm die Weisung, für die Dauer der Probezeit von fünf Jahren die Therapie weiterzuführen.

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