Kindesmissbrauch

Ex-Präsi des Schwimmclubs Bellinzona wegen Kindsmissbrauch vor Gericht

Muss sich vor Gericht verantworten: Ex-Präsident des Schwimmclubs Bellinzona Flavio Bomio (Archivbild von 2000).

Muss sich vor Gericht verantworten: Ex-Präsident des Schwimmclubs Bellinzona Flavio Bomio (Archivbild von 2000).

Vor dem Strafgericht in Lugano hat der Prozess gegen den ehemaligen Präsident des Schwimmclubs Bellinzona begonnen. Flavio Bomio wird vorgeworfen, sich über zehn Jahre lang beim Training an Buben vergangenen zu haben

Rund 15 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind in den Fall einbezogen, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Dem früheren Schwimmtrainer wird sexuelle Nötigung, Schändung und Kindesmissbrauch vorgeworfen. Einige Beziehungen mit seinen Opfern sollen über mehrere Jahre gedauert haben.

Gemäss Anklage ereigneten sich die Übergriffe vorwiegend in Bellinzona. Der heute 71-jährige Schwimmtrainer soll seine Opfer aber auch bei Wettkämpfen im In- und Ausland, Trainingscamps und Urlaubsfahrten zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Die Anklage geht von über 400 Vorfällen aus.

Bomio, der in der 1980er Jahren auch Nationaltrainer war, wurde im Dezember 2011 festgenommen. Zwei mittlerweile erwachsene Opfer hatten Jahre nach den Vorfällen gegen den Angeklagten Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft machte den Fall öffentlich, um weitere Opfer zu ermutigen, sich zu melden.

Nach seiner Festnahme wurde Bomio von den internationalen Schwimmverbänden FINA und LEN von seinen Ämtern suspendiert. Die Dauer des Prozesses vor dem Geschworenengericht in Lugano ist noch nicht bekannt. Zu der Verhandlung sind die Medien, aber kein Publikum zugelassen.

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